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Produkttest ASUS PCE-AC66

16 Mai

Gastbeitrag: WLAN Adapter PCE-AC66
Verfasser: Jens Junker

An dieser Stelle möchte ich Ihnen den WLAN Adapter PCE-AC66 von Asus vorstellen. Freundlicherweise hat mir Alternate diesen für einen Test zur Verfügung gestellt, vielen Dank!
Meines Wissens handelt es sich bei dieser Karte um die bis jetzt einzige PCIe-WLAN-Karte für den neuen WLAN ac-Standard.

Gegenüber dem aktuellen WLAN n-Standard (bis zu 450 MBit/s) wurde eine deutliche Steigerung auf  maximal 6900 MBit/s definiert. Dies geschieht im 5GHz-Frequenzbereich mit 3 MIMO-Streams. Die ersten Geräte (Router und WLAN Karten) bieten aber erst einmal eine maximale Bandbreite von 1300MBit/s, so auch die vorliegende Karte. Wie sich dieser Geschwindigkeitsvorteil in der Praxis auswirkt, möchte ich in den folgenden Zeilen klären.

 

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehören folgende Komponenten:

  • WLAN-Karte
  • 3 Antennen
  • eine magnetische Antennenbasis
  • Treiber-CD
  • QuickStart-Guide
  • eine Wechsel-Blende für den Einsatz in HTPCs

   

Die Antennenbasis verfügt über einen magnetischen Fuß, leider ist dieser bei Aluminiumgehäusen wirkungslos. Eine Beigabe in Form von doppelseitigen Klebepads wäre nicht schlecht gewesen.

Technische Daten

Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich um eine ASUS PCE-AC66 WLAN-Karte für den PCIe-Steckplatz. Im Folgenden eine Auflistung der technischen Daten:

Netzwerkstandard: IEEE 802.11a/b/g/n/ac

Schnittstelle: PCI Express x1

Antennen: 3 x R SMA Antennen

Frequenzen: 2.4GHz/5GHz

Kanäle: 11 für N. America, 13 Europe (ETSI)

Datenrate:  802.11a/b/g/n/ac: downlink up to 1300Mbps, uplink up to 1300Mbps (20/40/80MHz)

Leistung: b Modus: 24.5 dBm ; g Modus: 19 ~23 dBm ; n Modus: 18 ~22 dBm

Modulation: 64QAM, 16QAM, CCK, DQPSK, DBPSK, OFDM

Management: 2.4GHz/5GHz Transmit power adjustment ; Wireless configuration

Sicherheit: 64-bit WEP, 128-bit WEP, WPA2-PSK, WPA-PSK

Abmessung (BxTxH): 103.3 x 68.9 x 21 mm

Gewicht: 125g

Betriebssysteme:  Windows® 8 , 32bit/64bit ; Windows® 7 , 32bit/64bit ; Windows® Vista , 32bit/64bit ; Windows® XP , 32bit/64bit

Am Design lässt sich erkennen, dass sich die Karte auch an Gamer richtet. So wird ein auffälliger roter Kühlkörper und eine relativ helle blaue LED verbaut. Durch diese Maßnahmen ist die Karte auf jeden Fall ein Blickfang.

     

Wird der Kühlkörper demontiert, kommt zum einen ein Broadcom Chip zum Vorschein, zum anderen die Abschirmung der Ausgänge. Ob der Kühlkörper eine optimale Wärmeabfuhr gewährleistet? – Kann bezweifelt werden da ein relativ dickes Wärmeleitpad zum Einsatz kommt.

Wie bereits erwähnt, kommt auf der Karte ein Broadcom BCM4360 Chip zum Einsatz.
Laut Hersteller werden folgende Funktionen unterstützt:

  • 1.3 Gbps PHY rate performance offering over 3x performance vs. three stream 802.11n devices
  • Dual-band operation compatible with legacy 802.11n networks
  • 80 MHz wide bandwidth that is 2x wider than current 802.11n solutions
  • 256-QAM, a higher modulation scheme that increases data transfer efficiency
  • 802.11ac-compliant transmit and receive Beamforming for extended coverage for 802.11ac and legacy devices
  •  Low Density Parity Check (LDPC) Codes for increased rate at range
  • PCI Express® 2.0 host interface
  • Enhanced Bluetooth® coexistence interface support for seamless BT + 5G WiFi operation

Installation

Die Installation gestaltet sich typisch, Rechner öffnen und die Karte in einen freien PCIe-Steckplatz stecken. Nach Start des PCs muss der entsprechende Treiber installiert werden.

Driver

Die aktuellen Treiber werden bereits mit der CD geliefert. Diese können aber auch direkt von der Asus Support-Seite heruntergeladen werden:

http://support.asus.de/download/download.aspx?SLanguage=de-de

Neben dem eigentlichen Treiber wird das „ASUS PCE-AC66 Utility“ installiert, mit diesem kann die WLAN Karte überwacht und konfiguriert werden. Leider ist das Startmenü der Treiber-CD nicht ganz so gut gelungen. So finden sich zwei Links „ASUS WLAN-Kartendienstprogramme/-treiber“, es geht nicht hervor hinter welchem Link sich der Treiber- und die Utility-Software befinden.
TreiberCD

 

Leistung

Kommen wir zum wichtigsten der WLAN-Karte, der Übertragungsgeschwindigkeit. Für den Test wurden folgende Szenarien gewählt:

Szenario 1

Der Desktop PC ist per WLAN (5Ghz, n-Standard, 2 Meter Sichtverbindung) mit einer FRITZ!Box 7390 verbunden, an dieser ist wiederum per Gigabit-LAN ein Notebook angeschlossen. Zwischen beiden PCs wurden im LAN vier Kopiervorgänge durchgeführt. Es wurde ein DVD-Image mit einer Größe von 3,96GB von Desktop zu Notebook und wieder zurück kopiert. Anschließend wurden 945 Bilder (3,74GB) zwischen beiden Rechnern kopiert.
Für den besseren Vergleich wurden die Kopiervorgänge einmal mit einer TP-Link TL-WDN4800 WLAN-Karte und der Asus PCE-AC66 WLAN-Karte durchgeführt.

Szenario 2

Im zweiten Szenario wurde die FRITZ!Box durch einen D-Link DIR-865L Router getauscht und die gleichen Kopiervorgänge durchgeführt. Bei dieser Konstellation kommt der WLAN ac-Standard zum Einsatz. Da die WLAN-Karte von TP-Link diesen Standard nicht unterstützt, wird die Messung nur mit der Asus-Karte durchgeführt.

Folgende Datenraten konnten bei den zwei Szenarien gemessen werden:

Diagramm

Es lässt sich gut erkennen, dass beim n-Standard keine großen Unterschiede in den Übertragungsraten zwischen den beiden Karten zu erkennen sind. Die Übertragungswerte liegen im Bereich von 12,10 MB/s bis zu 16,32 MB/s.

Der neue WLAN-Standard schafft Durchschnittsgeschwindigkeiten von 19,69 MB/s bis 37,67 MB/s. In der Spitze waren auch um die 40MB/s möglich. Rein rechnerisch sollten bis zu 162,5 MB/s erreichbar sein. Da aber bei der Übertragung von Nutzdaten zusätzliche Daten anfallen, entsteht ein Overhead, der Kapazität kostet. Trotzdem fallen die Übertragungsraten ernüchternd aus. So konnten maximal etwas mehr als 300MBit/s erreicht werden, was doch etwas stark von den 1300MBit/s abweicht. An dieser Stelle hätte ich um die 550MBit/s an Nettodatenrate erwartet.

speed

Es muss aber auch beachtet werden, dass die Messungen nicht im Labor entstanden sind. Durch äußere Einflüsse können die Übertragungsraten negativ beeinflusst werden. Zudem können Messfehler nicht ausgeschlossen werden. Diese könnten zum Beispiel durch eine nicht optimale Konfiguration der beteiligten Geräte entstanden sein. Zum anderen muss man beachten, dass es sich um eine neue Technologie handelt. Durch neue Treiber bzw. Firmware könnte eine etwas größere Übertragungsgeschwindigkeit erreicht werden.
Die Reichweite wurde nur grob gemessen. In einer Entfernung von ca. 15 Metern mit zwei Wänden hatte die WLAN Karte von TP-Link nur drei Balken, während die Asus-Karte noch vier Balken unter Windows hatte.

Software

Für die Konfiguration liegt ein interessantes Utility bei. So lassen sich neue Netzwerke suchen und einrichten:

AsusConfig1

Die Sendeleistung der WLAN-Karte kann von 1mW bis 200mW konfiguriert werden, wobei das Maximum durch die jeweiligen regionalen Bestimmungen limitiert wird:

AsusConfig2

Ebenso kann der aktuelle Status der WLAN Verbindung überwacht werden, samt Ping-Test und IP refresh:

AsusConfig3

AsusConfig3

Fazit

Asus bietet mit der PCE-AC66 WLAN-Karte ein sehr interessantes Produkt mit einem sehr guten Design und einer umfangreichen Konfigurationssoftware. Auch wenn die Übertragungsraten nicht an die erhofften Werte heranreichen, ist die Karte der Einstieg in den ac-Standard. Der immerhin doppelt so schnell wie der n-Standard ist.

Für jeden, der ac jetzt schon nutzen möchte, führt kein Weg an dieser WLAN-Karte vorbei, da es an Alternativen fehlt.

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Eine Rückmeldung zu “Produkttest ASUS PCE-AC66”

  1. hier 23. April 2017 um 16:04 #

    Moin. Ich bin per Zufall hier gelandet. Aber trotzdem möchte ich ihnen ein Kommentar da lassen,
    da ich ihren Weblog besonders informierend
    finde.

    MfG

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