Western Digital absolutely: Der Testbericht!

Gastbeitrag zum: Western Digital My Cloud EX4 8 TB NAS

20 Mrz

Wir heißen euch zu einem neuen Gastbeitrag im ALTERNATE-Blog willkommen. Dieser Testbericht unseres Gastautors Tobias Guttman befasst sich mit dem My Cloud EX4 8 TB NAS von Western Digital. Solltet ihr weitere Fragen zu diesem Bericht und dem Produkt haben, zögert nicht diese zu stellen – unsere Moderatoren und mit Sicherheit auch unser Gastautor, werden euch die Fragen gerne beantworten.

Der Testbericht

In Zeiten von Smartphones, Tablets und Smart-TVs werden auch zunehmend Speicherlösungen mit großer Kapazität immer interessanter, auf die alle Geräte Zugriff haben. Somit hält das NAS (=Network Attached Storage), ein großer Speicher und hauseigener Datenserver, welcher in der Vergangenheit fast ausschließlich von Unternehmen genutzt wurde, zunehmend mehr Bedeutung für den privaten Gebrauch. Gleichsam mit diesem Trend, werden natürlich auch die Preise immer attraktiver.
Western Digital (oder kurz: WD), einer der führenden Hersteller von Festplattenlauferwerken und Speicherlösungen, geht dabei seinen ganz eigenen Weg. Wieso soll man sich Speicherplatz in einer  „Cloud“ noch extra mieten, wenn man seine eigene und persönliche „Cloud“ kaufen und die Hardware dafür in den eigenen vier Wänden aufstellen kann?
Mit der „MyCloud“-Serie bietet Western Digital eben genau das – die eigene „Cloud“ für zu Hause und unterwegs.  Zum einen gibt es die Comsumer-Serie (kein gesondertes Namenskürzel), welche sich für den privaten Gebrauch bestens eignet und Wert auf eine attraktive Preisgestaltung legt. Für den anspruchsvolleren und speicherintensiveren Gebrauch samt größerem Funktionsumfang gibt es noch die Expert-Serie (Namenskürzel: EX).
Dieser Test befasst sich mit dem Speicherkoloss „MyCloud EX 4“ mit vier vorinstallierten WD Red 2TB NAS Festplatten und einer Gesamtspeicherkapazität von 8TB. Wie sich dieser NAS in der Praxis so schlägt, erfahrt ihr im Folgenden.

 Spezifikationen:

Grafik01

Beim ersten Anheben der Verpackung kommt man schon etwas ins Staunen. Für ein optisch eigentlich so klein wirkendes  NAS weist das Paket doch schon ein recht ordentliches Gewicht auf. Umso besser steht es daher natürlich auch für die Verpackung, denn diese besteht aus einem recht dicken und robusten Karton. Der Aufdruck ist wie gewohnt im „WD-Blau“ gehalten und zeigt neben dem Produkt selbst eine Vielzahl von Funktionen auf, welche die WD MyCloud EX4 leistet.
Diese sind unter anderem:

  • die 8TB Speicherkapazität
  • die gegebene Sicherheit durch lokale Speicherung der Daten sowie auch der Software, im Gegensatz zur Datenspeicherung auf einem ausgelagerten Server
  • die einfache Verfügbarkeit und der Zugriff via App von überall aus, inklusive Mail-Benachrichtigung über den Status des NAS sowie Real-Time-Überwachung

Desweiteren finden sich auf der Verpackung, natürlich auch mehrsprachig, die Unzahl an weiteren Features zur Speicherung, Sicherheit der Dateien, zum Streaming, zu Business-Aufgaben und zum Energiesparen. Genaue Spezifikationen sucht man auf der Verpackung, die eine große Werbefläche ist, jedoch vergeblich.
Im Gegensatz dazu fällt der gut geschützte Verpackungsinhalt jedoch äußerst dürftig aus. Neben dem in eine Plastikfolie gepackten und von einem dicken Schaumstoff-Gitter umgebenen NAS liegt noch ein weiterer, kleiner Karton bei. Dieser beinhaltet ein recht kurzes Ethernet-Kabel (da der NAS ja unweit des Routers platziert werden sollte), das Netzteil, zwei Netzstecker (sowohl ein Typ-F Schukostecker als auch ein Typ-G Commonwealth-Stecker) und den Quick-Install-Guide. Letzterer erwähnt auch nur sehr kurz und prägnant, unter welcher Internet-Adresse man die nötige Software und Apps bekommt. Im Falle der Mobile-App ist auch noch ein QR-Code angehängt.
Mehr gibt es nicht und mehr ist auch nicht in der Verpackung enthalten, denn schließlich handelt es sich hier um die „Experten“-Version. Dies sagt einem gleichsam wohl auch, dass man ja schon ein großer Junge/ein großes Mädchen ist und das alles schon alleine geschaukelt bekommen sollte – schade!

Material und Verarbeitung

Sowohl das verwendete Material wie auch seine Verarbeitung sind in der von Western Digital gewohnten Qualität. Es finden kaum bis keine dünnen, sondern nur stabile und feste Bleche Verwendung, um besten Schutz und Robustheit zu gewährleisten. Im Außen- wie auch im Innenbereich lassen sich an den kritischen Stellen, welche oft berührt werden, keinerlei scharfen Kanten feststellen. Die vier Gummifüße an der Unterseite sind ausreichend groß und bieten einen guten und rutschfesten Halt auf vielerlei Untergründen.

Neben den 4 Bays für 3,5“-Festplatten, die ohne Werkzeug per Quick-Swap-Slot eingebaut werden können, bietet die WD MyCloud EX4 noch zwei Ethernet-Anschlüsse, zwei USB 3.0 Anschlüsse und zwei Stromanschlüsse. So ist man also in jeglicher Hinsicht äußerst flexibel. Auf der einen Seite kann man den Speicher per USB-3.0 erweitern, Daten für den Stick direkt am Gerät abgreifen oder Sicherungen zusätzlich auf USB speichern. Auf der anderen Seite kann man den NAS beispielsweise an zwei Routern betreiben oder mittels Stromversorgung per Netz, auch noch für alle Fälle eine USV (=unterbrechungsfreie Stromversorgung) für eine doppelte Absicherung anschließen.
Ein Power-Button sowie ein Hoch- und Runter-Button für das Durchschalten des Informationsmenüs am Gerät selbst machen die Bedienung soweit spielend einfach. Mit satten 5,4kg bringt der kleine Speicherkoloss aber ein ordentliches Kampfgewicht auf die Waage. Abgesehen von diesem kleinen Wehrmutstropfen: Ein Rundum-Sorglos-Paket sozusagen – klasse!

Ausstattung und Technik

Das Western Digital MyCloud EX4 kommt, wie bereits erwähnt, mit vier vorinstallierten WD Red 2TB NAS Festplatten und einer Gesamtspeicherkapazität von 8TB. Als mögliche Modi des Festplattensystems kommen RAID 0, 1, 5, 10, JBOD und Spanning in Frage. Somit ist die persönliche Cloud äußerst flexibel und bietet von größtmöglicher Speicherausschöpfung über bestmöglichster Sicherung bis hin zum schnellsten Datentransfer alle Modi, die das Herz begehrt.

Die Modi im Einzelnen:

  • RAID 0 / Striping: Wie im Reißverschluss-Verfahren werden die Datenblöcke auf die Festplatten verteilt. Dies sorgt für schnellere Transferraten auf Kosten der Redundanz. Das heißt, es werden hier keine Kopien / Spiegelungen angelegt. Somit geht allerdings auch kaum Speicherplatz verloren.
  • RAID 1 / Mirroring: Hier werden alle Daten auf die Platten gleichermaßen gespiegelt. Man hat also nur so viel Speicherplatz, wie die kleinste Platte (bei ungleicher Bestückung des NAS) besitzt. Dies garantiert maximale Sicherheit für die Daten sowie eine erhöhte Leserate, da auf alle Platten gleichzeitig zurückgegriffen werden kann. Allerdings kostet dieser Modus natürlich viel Speicherplatz.
  • RAID 5 / Performance + Control: Erhöhte Read- und Write-Perfomance im Falle größerer, zusammenhängender Daten bei gleichzeitiger Parität – sprich Kontrolle der Vorgänge auf Schreibfehler. Damit ist es die erste Wahl hinsichtlich Kosten-Nutzen-Faktoren bei erhöhtem Datenumsatz bei relativ wenig Speicherverlust.
  • RAID 10: Kombination von RAID 1 und RAID 0, also erhöhte Sicherheit, schnellere Transferraten sowie bessere Mobilität im Falle vom Ausfall einer Festplatte. Darüber hinaus besitzt RAID 10 gegenüber RAID 1 nur 50% Speicherplatzverlust (bei Verwendung gleichgroßer Festplatten)
  • JBOD (Just a bunch of discs): Dieser Modus ist kein eigentlicher RAID, sondern quasi nur ein erweiterter externer Speicher mit mehreren unabhängigen Festplatten. Hierbei können die Daten mit wenig Zusammenhang, dafür aber im großen Stil “gelagert” werden.
  • SPAN: Statt Daten auf die Festplatten zu verteilen, um einen Leistungsgewinn zu erzielen, werden sie hier ohne Leistungsschub zusammenhängend auf einer Platte gelagert. Im Grunde sehr ähnlich bis identisch mit JBOD

Das NAS selbst verfügt im Inneren darüber hinaus über einen Temperatursonsor, welcher sich über das Informationsmenü am Gerät selbst mit Hilfe der beiden Knöpfe und des LCD-Displays aufrufen und auslesen lässt. Die weiteren Menüpunkte zum Durchschalten über die beiden Knöpfe sind:

  • Name (angezeigter Name im Netzwerk)
  • IP-Adresse (derzeit aktive Adresse im Netzwerk)
  • Version (Firmware)
  • Temperatur (in °C und F)
  • Fan Speed (derzeitige Geschwindigkeit des internen Lüfters)
  • Drive Status (Auskunft über den Zustand des Systems und mögliche Probleme)
  • Kapazität (Anzeige des freien Speichervolumens)

Installation und Software

Die Installation selbst gestaltet sich spielend einfach. Man schließt das Netzteil für die Stromversorgung und das Ethernet-Kabel für die Datenverbindung an, betätigt den Power-Button und kann dann auch fast schon loslegen. Fast? Ja, denn das Hochfahren benötigt beim WD MyCloud EX4 einige Zeit, um genau zu sein knappe 3 Minuten (das Herunterfahren dauert lediglich ca. 1:10 Minuten). Zeit genug also für die obligatorische Kaffee- oder Zigaretten-Pause. Andererseits bietet dies auch die richtige Gelegenheit, sich die Software herunterzuladen und zu installieren. Western Digital weißt dabei in dem mitgelieferten Quick-Install-Guide auf lediglich drei Programme hin. Einerseits die administrative Dashboard-, Verwaltungs- und Überwachungssoftware „MyCloud EX4“, mit welcher man auch Gast-Accounts für seine Cloud einrichten und diese per Mail einladen kann. Andererseits die, auch für mobile Endgeräte verfügbare, Benutzer-Software beziehungsweise Benutzer-App „WD MyCloud“ sowie die Foto-Verwaltungs- und Foto-Share-App „WD Photos“.


Nach der Installation des Dashboards und der Benutzersoftware sowie der Erstanmeldung, findet sich allerdings auf dem Webinterface noch der Hinweis auf zwei weitere Programme – „WD Quick View“ als schnellen Status-Check und „WD Smart Ware“ für die Dateisicherung und automatisierte Backup-Prozesse.

Software im Überblick:

Grafik02

 

Natürlich brauchen – wie bei jeder App – auch die von Western Digital so einige Berechtigungen, um ihres Amtes walten zu können. Außerdem benötigt man für die Authentifizierung und Synchronisierung mit der eigenen WD Cloud ein Konto bei Dropbox, GoogleDrive, SkyDrive oder WD MyCloud.com. Eine Übersicht der App-Berechtigungen im Einzelnen gibt es in der nachfolgend gezeigten Auflistung.

WD MyCloud:

  • Systemtools (Standby-Modus verhindern)
  • Anrufe (Telefonstat. und Telefon-ID lesen)
  • Netzwerkkommunikation (vollständiger Netzwerkzugriff)
  • Speicher (Inhalt des USB-Speichers ändern/löschen)
  • Entwicklungstools (Zugriff auf geschützten Speicher testen)
  • Systemtools (Hintergrundprozesse beenden)
  • Netzwerkkommunikation (Netzwerkstatus anzeigen, WLAN-Status anzeigen)
  • Ihre Konten (bekannte Konten erkennen)

WD Photos:

  • Systemtools (Standby-Modus verhindern)
  • Netzwerkkommunikation (vollständiger Netzwerkzugriff)
  • Speicher (Inhalt des USB-Speichers ändern/löschen)
  • Entwicklungstools (Zugriff auf geschützten Speicher testen)
  • Netzwerkkommunikation (Netzwerkstatus anzeigen, WLAN-Status anzeigen)
  • Ihre Konten (bekannte Konten erkennen)
  • Systemtools (Start automatisch starten)

Alle Anwendungen, sowohl für den PC wie auch für alle anderen eingebunden Geräte sowie mobilen Endgeräte, sind äußerst leicht verständlich und selbsterklärend – um nicht schon zu sagen selbstlaufend. Man benötigt für den hausinternen Datenserver eigentlich nur WD MyCloud und schon wäre man bereit.

Screenshots (Anwendungsbeispiele):

Geräusch- und Wärmeentwicklung

Für die Lautstärkemessung wurde das Voltcraft SL100 Schallpegelmessgerät und für die Temperaturmessung das TFA „ScanTemp 380“ Infrarot-Thermometer benutzt.

Das WD MyCloud EX4 besticht durch sein solides Gehäuse und den integrierten Lüfter in Sachen Kühlleistung. Im Idle erreicht das Innere zwar rund 45°C, was meiner Meinung nach – abgesehen von dem engen NAS-Kerker – für Festplatten schon etwas erhöht sein mag. Das Äußere bleibt mit im Schnitt rund 24°C wohl deutlich kühler. Unter Last – dargestellt durch Benchmark, Streaming und Datentransfer gleichzeitig – über einen Zeitraum von einer Stunde, klettert die Innentemperatur jedoch gerade einmal auf 50°C und die Außentemperatur im Schnitt auf 26,3°C.

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In Sachen Lautstärke verrichtet das WD MyCloud EX4 seine Arbeit mit im Schnitt 25,8 dB bis 34,6 dB ebenfalls eher ruhig. Es kann durchaus auch lauter werden, wie der erste Start recht lautstark zeigte, doch wurde diese Lautstärke während des Tests weder bei Backup, Streaming oder Benchmark erneut erreicht.

Leistung

Als Vorwort für die dargestellte Leistung sollte gesagt werden, dass für den Test lediglich ein Router mit 10/100MBit verwendet wurde. Die mangelnde 1000MBit-Funktion schlägt sich deutlich im
Testergebnis und den erreichten Werten nieder. Für die Streaming-Qualität und sonstige Aufgaben des WD MyCloud EX4, war dies jedoch nicht zum Nachteil. Lediglich Dinge wie der reine Datentransfer oder die Erstellung eines Backups dauern so natürlich dementsprechend länger.
Beim Streaming von Musik, Bildern, Videos oder Filmen, gab es durchweg keine Probleme. Weder beim Smartphone, Tablet oder Smart-TV traten Ruckler oder Wartezeiten auf.

Für den Praxis-Test wurden die Geräte Linksys WRT54GL (Router), Samsung Galaxy Ace 2 (Smartphone), Cat Galactica X (Tablet), Sony KDL22EX555 EDGE-LED (Smart-TV) und SanDisk Extreme USB 3.0 Flash Drive 64GB (externes USB 3.0 Speichermedium) verwendet.


Obgleich sowohl die verbauten NAS-Festplatten und definitiv auch der USB 3.0 Stick wesentlich mehr Leistung darbringen können, scheint der Flaschenhals bei dem verbauten Chip des NAS zu liegen.

Somit lassen sich im Falle des Gebrauchs mit einem 10/100MBit Router auch keine Unterschiede bei den verschiedenen Modi hinsichtlich Geschwindigkeit feststellen. Hierfür bedarf es wohl den Gebrauch eines 1000MBit Routers. Sollte ich mir zeitnah ein solches Modell besorgen, lassen sich diese Werte bei Interesse nachreichen.

Persönliches Fazit

Mit dem WD MyCloud EX4 NAS bekommt man eine ganz persönliche und sehr flexible Cloud für die eigenen vier Wände, welche sich spielend einfach bedienen lässt und fast schon à la Plug&Play einsatzbereit ist. Die Bedienung sowie auch die Verwaltung oder das Erstellen von Backups sind kinderleicht und gehen ohne große Vorkenntnisse dank der benutzerfreundlichen Software schnell von der Hand. In Sachen Geschwindigkeit bremst einen der verbaute Chip etwas aus, so dass man nicht das volle Potential der Schreib- und Leseraten der Platten ausschöpfen kann. Für das hausinterne Streaming von Musik, Bildern, Videos oder Filmen macht dies aber kaum einen Unterschied.
Wer einfach, schnell und komfortabel eine eigene Cloud haben möchte, ist mit dem WD MyCloud NAS jedenfalls sehr gut bedient.

Positiv:

  • einfache Installation
  • benutzerfreundliche, leichtgängige Software
  • komfortable App-Unterstützung

Negativ:

  • verbauter Chip bremst Leistung aus
  • etwas dürftiger Verpackungsinhalt

Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle einmal mehr an die ALTERNATE GmbH sowie Western Digital für das bereitgestellte Produkt und die Möglichkeit, dieses testen zu können. Danke auch für das mir entgegengebrachte Vertrauen hinsichtlich eines Tests.

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