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Community-Beitrag aus der Produkttesteraktion zum HGST/Synology-Set

21 Jan

Willkommen zu unserem nächsten Produkttest. Unser Gewinner Dennis B. durfte sich glücklich schätzen und das Synology DS216Play 2Bay NAS, sowie zwei HGST 6 TB Festplatten testen. Unter allen Teilnehmern konnte uns seine Bewerbung überzeugen. Hier könnt ihr nun seinen Testbericht lesen, viel Spaß!

 

Produkttest
Synology DiskStation DS216Play und HGST H3IKNAS600012872SE

1 Einleitung

In diesem Produkttest beschreibe ich ausführlich die Erfahrungen die ich in den letzten Tagen mit dem Synology DS216Play NAS sowie den 2x 6TB Festplatten von HGST gesammelt habe. Ich gehe auf alle wichtigen Aspekte der 2 Produkte ein und bewerte diese. Vielen Dank an dieser Stelle an Alternate, die diesen Produkttest erst ermöglicht haben.

2 Überblick und Ausstattung

Die Synology DiskStation DS216Play ist ein NAS System aus der Value Serie des Herstellers. Diese Serie ist hauptsächlich für Privatanwender gedacht. Es ist ein 2-bay Disk System, man kann 2 Festplatten installieren. Der Zusatz Play bedeutet, dass die DiskStation Medien direkt für die Wiedergabe auf verschiedenen Geräten transkodieren kann. Dazu aber später mehr.
Die DiskStation hat folgende Leistungsmerkmale:

– Dual Core CPU 1.5GHz
– 1GB RAM
– Maximale Kapazität 16TB
– 1x 92mm Lüfter

Zusätzlich habe ich für den Produkttest auch 2x 6TB Festplatten von dem Hersteller HGST bekommen. Die Festplatten haben die Produktbezeichnung H3IKNAS600012872SE. Die Platten sind speziell für NAS Systeme entwickelt worden, was bedeutet das diese problemlos 24 Stunden am Tag laufen können.

Die wichtigsten Merkmale sind:

– 6TB Speicherkapazität
– 7200 Umdrehungen pro Minute
– Vibrationserkennung (Die Festplatte erkennt automatisch Schwingungen die durch andere Festplatten in dem NAS verbaut sind und reagiert darauf entsprechend, damit sich die Schwingungen der Festplatten nicht gegenseitig aufschaukeln.)

Dies soll für einen kurzen Überblick reichen. In den nächsten Kapiteln gehe ich näher auf die Features und Funktionen der Komponenten ein.

3 Verpackung und Inhalt

3 - Verpackung

DS216Play: Das NAS wird in einem umweltbewussten Karton ohne große Aufdrucke geliefert. Lediglich ein kleiner Aufkleber verrät was in darin enthalten ist. Im Karton selber ist natürlich das NAS an sich enthalten. Dies ist hervorragend durch Schaumstoff und extra Karton geschützt. Zusätzlich ist es in einer weichen Plastiktüte eingehüllt damit es nicht verkratzt. Außerdem ist darin ein Fach in dem sich das Zubehör verbirgt, dass sich wie folgt zusammensetzt:

– RJ-45 Kabel
– Netzteil
– Schrauben zur Montage der Festplatten
– Schrauben zum Verschließen des Gehäuses
– Quick Installation Guide

HGST 6TB HDDs: Die Festplatten kamen einzeln verpackt und ebenfalls als Retail Version in Kartons an. Die Festplatten selber sind in Antistatikhüllen eingepackt und in dem geräumigen Karton mit großen Puffern aus Plastik geschützt. Bei den Festplatten ist folgendes Zubehör dabei:

– Schrauben zur Montage
– Quick Start Install Guide
– Garantie Informationen
– Gutschein für 3GB Cloud Speicher

4 Haptik / Anschlüsse

4 - Haptik

In diesem Kapitel gehe ich nur auf die DiskStation ein, da sich die HGST Festplatten äußerlich nicht von anderen Festplatten unterscheiden.
Das Gehäuse der DiskStation ist zwar nur aus Kunststoff gefertigt, aber die Qualität überzeugt mich sehr. Es wurde ein sehr hochwertiger Kunststoff verwendet. Was mir daran besonders gefällt ist, dass auch Hochglanz fast komplett verzichtet wurde (Nur vorne an der rechten Seite ein schmaler Streifen). Somit bekommt man keine lästigen Fingerabdrücke und Kratzer. Wenn man das Gehäuse in der Hand hat merkt man, dass nichts knarzt oder knackt. Hier hat Synology ein super Job gemacht. Außerdem fallen die Abmessungen schön klein aus (165 mm x 100 mm x 225.5 mm), so dass man es ohne Probleme auch in einer kleineren Ecke oder einem Regal unterbringen kann. Unten am Gehäuse befinden sich 4 Gummifüße damit ein sicherer Halt gewährleistet ist und eventuelle Vibrationen abgefangen werden. Was mich auch erstaunt hat ist das wirklich geringe Gewicht bevor man die Festplatten eingebaut hat.
Vorne an der DiskStation gibt es nur den Ein/Ausschalter sowie die LEDS zur Betriebsanzeige. Auf der Rückseite befinden sich folgende Anschlüsse:

– 1x Gigabit LAN
– 1x USB 2
– 1x USB 3
– 1x Stromanschluss

Beim Stromanschluss ist zu beachten, dass die DiskStation kein eingebautes Netzteil hat, sondern wie sonst bei Notebooks üblich ein externes Netzteil dabei ist. Man sollte also bei der Platzierung bedenken, dass man auch dieses etwas klobige Netzteil unterbringen muss.

5 Hardwareinstallation

5 - Hardwareinstallation

Als erstes fällt auf, dass die DiskStation keine HotSwap Rahmen zum schnellen wechseln der Festplatten besitzt. Dies ist eine Besonderheit, da viele NAS Systeme unter anderem auch die von Synology mit HotSwap Rahmen ausgestattet sind. Daher muss für den Einbau der Festplatten das Gehäuse aufgeschoben und die Festplatten direkt im Inneren verschraubt werden. Da man die Festplatten aber im Normalfall nicht häufig wechselt (vermutlich nur, wenn man die Kapazität durch neue Festplatten erhöhen will oder ein Defekt an einer der Festplatten vorliegt) fällt dies nicht besonders ins Gewicht. Das wäre für mich nur ein Nice-to-have Feature und kein KO Kriterium. Der Einbau der Festplatten ist zügig erledigt indem man diese mit jeweils 4 Schrauben an dem Metallrahmen festgeschraubt werden. Nachdem das Gehäuse wieder zusammengeschoben ist, wird dieses zusätzlich mit 2 Schrauben fixiert, damit man es nicht ausversehen beim hochheben wieder auseinanderbaut. Es gibt auch die Möglichkeit 2,5“ Festplatten einzubauen, dafür werden aber Einbaurahmen benötigt, die nicht mitgeliefert werden.

Danach kann die DiskStation an den Strom, sowie an das Netzwerk angeschlossen und eingeschaltet werden. Daraufhin blinkt die Status LED Rot, dies bedeutet, dass die Softwareinstallation der DiskStation über den Webbrowser gestartet werden soll.

Die Installation des DSM (Konfigurationsoberfläche) erfolgt über die URL find.synology.com oder der IP Adresse mit dem Port 5000. Bei mir hat es direkt über die erste URL funktioniert. Sobald man auf der Weboberfläche angelangt ist lädt sich das NAS die neuste Version des DSM aus dem Internet herunter und installiert dieses. Man wird natürlich noch darauf hingewiesen, dass die Festplatten formatiert werden und damit sämtliche Daten die eventuell schon auf den Festplatten sind verloren gehen. Für das Downloaden inklusive Installation hat die DiskStation bei mir ca. 20 Minuten gebraucht, allerdings habe ich nicht die schnellste Internetanbindung. Ist die Installation abgeschlossen startet die DiskStation neu und man wird aufgefordert einen Systemnamen und einen Benutzernamen sowie Passwort anzugeben. Damit ist die Erstinstallation abgeschlossen.

6 DSM Konfigurationsoberfläche

6 - DSM2

Als erstes fällt auf, dass die Bedienung der Konfigurationsoberfläche (DSM) extrem flott von der Hand geht. Die Dual Core CPU hat keine Probleme die nötige Leistung bereitzustellen. Ich hebe dies speziell hervor, da ich das bei anderen Herstellern leider schon anders erleben musste und dies den Komfort stark eingeschränkt hatte. Daher bin hier durchaus begeistert!

Das DSM ist sehr aufgeräumt und erinnert mit seiner Taskleiste und den Widgets sehr an moderne Betriebssysteme. Man findet sich schnell zurecht, jedoch sind einige Funktionen etwas versteckt, bzw. befinden sich an Stellen an denen man diese nicht vermutet. Z.B. um die Transkodierung für den 4K Modus zu aktiveren. Aber ich denke, dass man dies mit etwas Übung besser überblicken kann und sich schnell einarbeitet. Wenn man mit einem Windows Rechner zurechtkommt, kann man auch locker die DiskStation administrieren. Und falls mal einmal nicht mehr weiterkommt ist die Hilfe direkt integriert. Die Verknüpfung liegt direkt auf dem Desktop des DSM.

In der Oberfläche können unter anderem Nutzerkonten für alle Familienmitglieder angelegt werden. Oder aber auch ein Account bei Synology registriert werden um von extern auf die DiskStation zuzugreifen, allerdings bin ich kein Fan davon mein privates Equipment aus dem Internet erreichbar zu machen. Aber ich denke für manche Leute ist das durchaus wünschenswert z.B. aus dem Urlaub auf die Musiksammlung zu Hause zuzugreifen. Also die DiskStation bietet dieses durchaus an.

Experten können auch die Konfiguration per SSH freischalten und dann über die Kommandozeile die Administration übernehmen.

7 Apps

7 - Apps2

Durch die DSM Oberfläche bietet Synology die Möglichkeit verschiedene Apps zu installieren und bietet ähnlich wie Apple und Google einen Appstore (Paket-Zentrum). Hier sind verschiedenste Apps zu finden. Z.B. kann man die DiskStation direkt als Musikplayer verwenden. Dazu wird die App DS Audio installiert, dies geschieht mit lediglich einem Klick. Wenn man auf der DS jetzt einen Ordner mit MP3 Musik anlegt und im DS Audio bekannt macht kann man über eine Weboberfläche von jedem Rechner im Heimnetz mit dem Browser auf die Musiksammlung zugreifen und auch direkt abspielen. Außerdem könnte man die DS auch als DHCP Server / Web Server / Download Station / usw. Nutzen. Die Möglichkeiten scheinen hier unbegrenzt.

8 Lautstärke

Die DiskStation besitzt einen 92mm Lüfter der seine Aufgabe sehr leise verrichtet, da er angenehm langsam dreht. Lediglich die Festplatten sind mit ihren 7200 Umdrehungen zu hören. Die DiskStation ist von Werk aus so eingestellt, dass die Festplatten nach 30 Minuten in den Standby Modus wechseln und dann nicht mehr zu hören sind. Allerdings benötigen die Festplatten beim nächsten Zugriffsversuch ungefähr 30 Sekunden um wieder hochzufahren. Hier muss man für sich selber entscheiden wie wichtig einem die Lautstärke ist. Denn durch häufiges ab- und anschalten der Platten leidet die Lebensdauer eben jener. Ich persönlich habe die DiskStation im Wohnzimmer stehen und wenn es ganz leise im Raum ist hört man die Festplatten vom Sofa aus. Trotz dessen würde ich die DiskStation weiterhin im Wohnzimmer stehen lassen, da ich die Lautstärke nicht als störend empfinde.

9 Geschwindigkeit

In diesem Kapitel gehe ich auf die Geschwindigkeit der DiskStation und den HGST Festplatten ein. Um ein möglichst genaues Ergebnis zu erreichen, habe ich die DiskStation für diese Tests an einen dedizierten Gigabit Switch direkt mit meinem PC verbunden. Ansonsten waren keine weiteren Komponenten im Netzwerk. Die Kopiervorgänge sind jeweils von meiner lokalen SSD ausgegangen.

Als erstes habe ich die Geschwindigkeit per Crystal DiskMark ausgelesen. Dies ist ein kostenloses Tool mit dem man z.B. auch die lokalen Festplatten seines PC testen kann. Die Werte sind wie zu sehen zwischen 106MB/s und 88 MB/s schreibend. Diese Werte sind extrem gut und lasten somit fast die Gigabit Netzwerkkarte aus. Die DiskStation und die Festplatten bringen die geforderte Leistung.

9.1 - Geschwindigkeit

Auch beim alltäglichen kopieren von Daten in Richtung DiskStation, was vermutlich das häufigste Szenario sein wird, kommt man durchgängig auf gute Werte. Meine Game Backups wurden mit durchschnittlich 85 MB/s kopiert. Dies liegt daran, da zwischendurch auch haufenweise kleine Dateien im Kilobyte Bereich dabei sind, die bremsen den Kopiervorgang natürlich ein bisschen aus.

9.2 - Geschwindigkeit

10 Transkodierung

10 - Transkodierung

Eine besondere Funktion der DiskStation ist die Transkodierungsfunktion. Damit kann man z.B. 4k Videos auf der Diskstation ablegen und die DiskStation streamt das Video in der passenden Auflösung auf das Endgerät. Das kann z.B. ein iPhone / iPad oder aber auch Receiver und Android Geräte sein. Das macht die DiskStation on the fly! Ich habe das Ganze mit meinem iPhone getestet und dazu ein 4k Testvideo auf die Diskstation geladen. (Tears of Steel, ein Open Source Movie). Da das iPhone nativ keine 4k Auflösung besitzt rechnet die DiskStation das Video in die passende Auflösung runter. Zu meinem Erstaunen hat die DiskStation dies mit Bravur und ohne Ruckler hinbekommen.

Voraussetzung dafür ist, dass man auf der DiskStation die App DSVideo installiert und die gleichnamige App aus dem Appstore von Apple oder Google auf sein Endgerät bringt.

11 Backup

11 - Backup

Die Diskstation läuft standardmäßig im Raid1 Modus. Dies bedeutet, dass die Daten auf beiden Festplatten vorhanden sind. Dadurch kann eine Festplatte kaputtgehen ohne das Daten verloren gehen. Um den unwahrscheinlichen Fall abzufangen, dass beide Festplatten gleichzeitig kaputtgehen, gibt es auch die Möglichkeit Backups anzufertigen. In meinem Fall sichere ich die wichtigen Daten auf eine 1TB große USB Festplatte. Dazu habe ich einen wöchentlichen Backup Job eingerichtet.

Alternativ hat man auch die Möglichkeit mit der App CloudSync die Daten direkt in eine öffentliche Cloud wie z.B. dem Microsoft OneDrive zu senden. Da ich keinen Zugang zu einer Cloud mit entsprechend großem Speicherplatz habe, habe ich dies lediglich mit kleineren Testdateien ausprobiert. Dies funktionierte super, nur leider kann man den Zeitpunkt für die Synchronisierung nicht festlegen. Also sobald eine Datei in einem synchronisierten Ordner abgelegt wird startet der Upload. Dies dürfte zumindest für Personen mit geringem Upload störend sein.

12 Fazit

Die DiskStation DS216Play hat mich durch und durch überzeugt. Ich war erst skeptisch, da es sich um ein Gerät der Einsteigerklasse handelt und ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen bei anderen Herstellern bzgl. Der Geschwindigkeit gesammelt habe. Die Synology DiskStation hat diese Sorgen aber komplett aus dem Weg geräumt. Die Performance, sowie die Möglichkeiten die einem durch das DSM geboten werden gehen weit über die Aufgaben einer simplen Datenablage hinaus.

Die HGST Festplatten haben mich ebenfalls überzeugt. Geschwindigkeit über 100MB/s sind kein Problem. Lediglich die etwas höhere Lautstärke bedingt durch die 7200 RPM stören ein wenig. Aber die Geschwindigkeit macht dies in meinen Augen wieder wett.

Alles in Allem kann ich die beiden Produkte ohne Bedenken weiterempfehlen und gebe beiden Artikeln 5/5 Sternen.

 

Vielen Dank an Dennis B. für sein Engagement und den Testbericht! Wie jeder unserer Produkttester, darf auch er das Synology DS216Play 2Bay NAS und die zwei HGST 6 TB Festplatten behalten. Wie er schon in seinem Fazit verkündet hat, vergibt er 5 Sterne an NAS und HDD.

 

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Eine Rückmeldung zu “Community-Beitrag aus der Produkttesteraktion zum HGST/Synology-Set”

  1. Buddypress Test 15. August 2017 um 15:42 #

    Vielen Dank für den ausführlichen Testbericht. Ich selbst habe mir ein ähnliches System aufgebaut um meine Daten sicher zu sichern. Nur brauche ich zum Glück noch nicht so große Festplatten. Könnte SSD Platten einen Vorteil bringen ?

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