Der Thermaltake-Bundle Testbericht

Community-Beitrag zum Thermaltake-Bundle bestehend aus Gehäuse, Netzteil und Wasserkühlung

27 Jul

PC-Schrauber und Case-Modder aufgepasst: Wir haben für euch ein umfangreiches Paket, bestehend aus Thermaltake Suppressor F51 Power Cover Edition, Thermaltake Paris 650W PC-Netzteil und Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240 Wasserkühlung, testen lassen. Unser Follower Robert P. hat dabei alle drei Komponenten gründlich unter die Lupe genommen und mit seinen Komponenten zu einem neuen PC verbaut. Wie sich der Umbau gestaltet hat und wie es seinem PC nach dem Umzug geht, erfahrt ihr in seinem Testbericht. 
Wir wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Gehäuse, Netzteil & Wasserkühlung aus einer Hand: Systembuilders Liebling?

Man muss ja kein waschechter Modder sein, um an einer Optik wie „aus einem Guss“ gefallen zu finden – da macht es trotz allgemeingültiger PC-Standards doch durchaus Sinn, möglichst viele Komponenten vom selben Hersteller zu verbauen. Und wenn dieser Hersteller Thermaltake heißt, sollte das auch ohne Kompromisse in Sachen Qualität umzusetzen sein.

Wie sich Thermaltake geschlagen hat, und ob es neben der Optik auch Vorteile hinsichtlich Passgenauigkeit oder spezieller Bauteil-Features gibt, habe ich jetzt testen dürfen.

1. Überblick Komponenten & Lieferumfang

1.1. Gehäuse: Thermaltake Suppressor F51 Power Cover Edition

Das F51 ist ein E-ATX Midi Tower der größeren Sorte (Maße 525 x 230 x 577 mm), mit allerhand Features:

  • obenliegendes Frontpanel mit vier USB-Ports (2x USB 2.0, 2x USB 3.0), einem Kopfhörer- und einem Mikrofon-Anschluss, sowie Tasten zur Steuerung der Systemlüfter-Drehzahl.

  • Frontklappe mit Akustikdämmung

  • Oberseiten-Luftgitter mit modularem Akustik-Dämmsystem und selbsthaftender Staubschutz-Matte

  • Umfangreiche Kühlmöglichkeiten
    Front: 3 x 12 cm, 2 x 14cm oder 1 x 20 cm-Lüfter (werksseitig verbaut), bzw. 1 x 36/42 cm-Radiator
    Top: 3 x 12/14 cm oder 2 x 20 cm-Lüfter, bzw. 1 x 36/42 cm-Radiator
    Rückseite: 1 x 12/14 cm-Lüfter (14 cm werksseitig verbaut), bzw. 1 x 12 cm-Radiator
    Unterseite: 2 x 12 cm-Lüfter, bzw. 1 x 12/24 cm-Radiator

  • Großflächiges Seitenfenster (auch ohne erhältlich, dann zus. Lüftersupport)

  • Zwei externe Einbauschächte für opt. Laufwerke plus sechs interne mit Schnellverschlüssen

  • Kabelmanagement, 5 flexible Kabelbinder im Lieferumfang enthalten

  • Max. CPU Kühler-Höhe: 185 mm

  • Max. GraKa-Länge: 310 mm, bzw. 465 mm bei ausgebautem Laufwerksschacht

1.2 Netzteil: Thermaltake Paris 650 W

Mit 650 Watt bei 80 Plus GOLD-Zertrifizierung, Kabelmanagement und 4 PCIe-Anschlüssen, dürfte das Thermaltake Paris für die meisten gängigen Systeme und auch echte Gaming-PCs gut gerüstet sein. Und mit einer Lautstärke von 14,6 – 24,1 dB(A), gehört es definitiv auch zu den Leiseren.

zu 1.2 Netzteil

Anschlüsse: 24-pol. Hauptstrom, 4+4 Pin ATX 12 V, 4 x 6+2-pol. PCIe, 12 x 5-pol. S-ATA, 4 x 4-pol., 1 x FDD

1.3 CPU-Wasserkühlung: Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240

Neben ihrer Kühlleistung (Radiatormaße 270 x 120 x 27 mm), bietet die Riing RGB 240 auch optischen Mehrwert: beide 12 cm-Lüfter sind mit LED-Ringen versehen, die entweder gar nicht, in einer von vier Farben (Rot, Blau, Weiß, Grün) oder im kontinuierlichen/pausierbaren Wechsel leuchten. Zusätzlich kann über den externen Controller auch zwischen zwei Lüftertempi (400-1000 oder 800-1500 rpm) gewechselt werden. Die Lautstärke variiert dabei zwischen 18.5 und 26.4 dB(A).

zu 1.3 WaKü

Zum Lieferumfang gehören übrigens Sockelhalterungen für Intel (LGA 1366/1156/1155/1151/1150/2011) und AMD (AM2, AM2+,AM3, AM3+, FM1, FM2).

2. Zusammenbau

2.1 Vorwort

Ich habe mich für diesen Produkttest beworben, da mein kompakter Acer Aspire keinerlei sinnvolles Upgrade-Potenzial zu bieten hatte – selbst eine SSD stellte mich vor Probleme, in Sachen Grafikkarte sah’s noch düsterer aus. Weil die übrige Ausstattung aber immer noch gut mithält, war eine komplette Neuanschaffung unnötig. Somit ziehen ins neue Gehäuse, neben Thermaltake WaKü und Netzteil: Intel i7-3770 auf einem DTX(!)-Mainboard, GTX 950 OC, 2,5“ SSD und 3,5“ HDD.

Weil ich Ende der 90er in einem PC-Geschäft jobbte, sollte mich der Zusammenbau auch nicht vor Probleme stellen – auch wenn damals Kabelmanagement noch in voller Eigenverantwortung lag und in der Regel ein Systemlüfter genügte, der direkt ans Board angeschlossen wurde. Und tatsächlich stand ich vor dem einen oder anderen, kleinen Problem.

2.2 Netzteil-Einbau

Wie es sich gehört, hat das Netzteil im F51 seinen Platz auf der Unterseite. Hier wird es von einer Stützbrücke auf geräusch- und temperaturoptimierendem Abstand zum Gehäuse gehalten. Ist wirklich kein großes Ding, von dieser Brücke war ich aber etwas enttäuscht: beim Verschieben spürt man zwar eine Art Raster, dieses passt aber nicht zu den Dimensionen des Netzteils. Man muss die Brücke zum Verschrauben wackelig auf einer Zwischenposition halten, ansonsten liegt das Netzteil entweder nicht auf, oder über den Dämmgummi hinaus auf blankem Metall, was natürlich Vibrationen begünstigt. Hätte ich mir bei Bauteilen vom gleichen Hersteller anders vorgestellt. Außerdem lässt sich die hintere Schraube nur ordentlich erreichen, wenn man den unteren Gehäusekäfig ausbaut.

2.3 DTX-Mainboard im ATX-Gehäuse

Da die *TX-Standards aufeinander aufbauen, war ja von vornherein nicht mit Problemen zu rechen. Was mich aber positiv überrascht hat: obwohl in solch großen Gehäusen sicher nur selten kleine DTX-Boards verbaut werden, hat Thermaltake einen zusätzlichen Kabelschacht integriert, der bei größeren Boards nicht zugänglich wäre. Hat mein Kabelmanagement durchaus begünstigt.

2.4 Laufwerke

Hab auf den Einbau optischer Laufwerke verzichtet. Dafür gibt’s ein bisschen was zum Thema Festplatten zu sagen. Erstmal vorweg: die Schnell-Arretierung funktioniert einwandfrei und wirkt so hochwertig, dass ich mir auch bei häufigem Ein- und Ausbau, keine Sorgen ums Material machen würde. Etwas ungünstig sind die Schrauben des unteren Festplattenkäfigs angeordnet: da ist der Zugang durchs Netzteil doch teilweise schwierig.

zu 2.4 Laufwerke

Meine SSD war ruck-zuck eingebaut – hat aufgrund der feinen Haptik sogar richtig Spaß gemacht! Zudem gibt’s gefühlt Dutzende Einbauplätze für die Kleinen, so dass der Konfiguration hier keine Grenzen gesetzt sind. Super! Dafür hat mich die HDD ein paar Nerven gekostet…
In Hinblick auf eine optimale Kühlung aller Komponenten, habe ich mich entschlossen, den unteren Festplattenkäfig komplett auszubauen, wodurch der Frontlüfter ungehindert pusten kann. Und weil der untere der beiden seitlichen HDD-Einbauplätze direkt daneben liegt, war dieser meine erste Wahl. Diese seitlichen Slots arbeiten allerdings nicht mit einem Clipsystem; die Festplatte wird mehr oder weniger einfach eingehängt. „Einfach“ ist dabei leider das falsche Wort – man kann’s durch ausprobieren herausfinden, muss sich dann aber auch mal überwinden Druck auszuüben, wo man eigentlich mit abplatzendem Plastik rechnet. Die Anleitung ist dabei überhaupt nicht hilfreich: nichtssagende Zeichnung, keinerlei erklärender Text zu dieser Konfiguration. Hinzu kommt, dass unter der Platte kaum Platz für Kabellage ist – auch hier geht es nicht ohne ein bisschen Mut zur Gewalt.

2.5 Die Wasserkühlung

Hier gibt es viel Licht und Schatten. Zunächst das Positive: das Material wirkt überwiegend extrem hochwertig, der Einbau ist kinderleicht (auch dank der guten Anleitung) und lässt einem viele Möglichkeiten fürs individuelle Kabelmanagement. Besonders erwähnenswert, finde ich den Controller – gerade im Zusammenspiel mit dem Thermaltake-Gehäuse. Dieses bietet an der Rückseite drei isolierte Kabelausgänge, wie gemacht für die Anschlüsse des Controllers. Und weil dieser mit Klettverschluss geliefert wird, kann man den Rechner trotzdem noch so oft und problemlos aufmachen, wie den Kühlschrank. Ich habe mich allerdings entschieden, den Controller innen, auf der Rückseite des Mainboardträgers anzubringen – funktioniert auch.

Ein dickes Minus vergebe ich für die Sockelhalterung! Wo der Rest ja wie gesagt außerordentlich hochwertig daher kommt, sind die Schraubfassungen offensichtlich aus minderwertigem Material gefertigt. Musste den Artikel einmal austauschen lassen, weil sich eine der Schrauben, trotz senkrechtem Winkel, auf halbem Wege festgefressen hatte. Und auch beim zweiten Mal hat es sich so angefühlt, als wär’s knapp gewesen.

2.6 Verkabelung / Kabelmanagement

An sich dürften Anzahl und Anordnung der Kabeldurchführungen dem Standard für Gehäuse dieser Kategorie und Preisklasse entsprechen. Nicht unbedingt Standard ist, dass allesamt mit Gummilaschen versehen sind.
Was ich schade finde: der Platz hinterm Mainboardträger ist relativ knapp bemessen. Er ist ausreichend und wie gesagt, sogar der WaKü-Controller lässt sich unterbringen. Allerdings muss man lange, steife Kabel oder auch manch ungenutzten Stecker, schon quetschen und drücken – zwei bis drei Millimeter mehr Platz hätten die Gehäusedimensionen nicht merklich verändert, aber für mehr Komfort und Möglichkeiten gesorgt.

zu 2.6 Kabelmanagement

Einen kleinen Tadel muss ich für die Gehäusekabel bzw. die Dokumentation vergeben: in der Anleitung keinerlei Erklärung zum Anschluss der Lüfterkabel. Ich hab sie auch ohne zum Laufen bekommen, da die Stecker nicht viele Möglichkeiten zum falsch Anschließen bieten. Allerdings funktioniert die Lüftersteuerung am Frontpanel nicht. Verschmerzbar, da die verbauten Lüfter gut und leise arbeiten.

3. Im Betrieb

3.1 Geräuschentwicklung

Das Netzteil ist kaum wahrnehmbar, die Gehäuselüfter arbeiten ebenfalls schön leise und lassen sich theoretisch (wenn man die Verkabelung meistert) ja auch noch regeln.
Die Wasserkühlung ist in ihrer Standardeinstellung (schnell) schon deutlich zu vernehmen, entwickelt aber keine unangenehmen Störgeräusche.

Wie leise das Gesamtkunstwerk sein kann, wenn man alle Dämmmodule verwendet (also auf Entlüftung über die Oberseite verzichtet), kann ich nicht sagen – bei mir muss in Sachen Abluft das Maximum her, weil leider die Hauskatze mit Haaren um sich wirft. Apropos…

3.2 Staubschutz

Hier hat mich Thermaltake geradezu verzückt: zwei Wochen lief der Rechner jetzt, während die Katze immer noch kiloweise Winterfell verlor – und das Gehäuseinnere kommt einem Reinraum gleich. Hervorragend! Selbst die Staubschutzmatte auf der Oberseite, lässt wider Erwarten nix rein. Gleiches gilt fürs Netzteil: Staub Fehlanzeige. Flawless Victory, Thermaltake.

3.3 Temperatur

Ich würde meinen, dass ich mir da einen ziemlich optimalen Luftstrom zusammenkonfiguriert habe. Musste ja aber auch nicht viel im Gehäuse unterbringen. Trotzdem haben mich zwei Werte doch sehr positiv überrascht: HDD- und CPU-Temperatur unter Last.
Im Vergleich zum Acer Aspire, ist die Festplatte schon im Normalbetrieb 10°C kühler geworden, die CPU etwa 5°C. Im leistungshungrigen Spielbetrieb, liegen beide Bauteile aber nun wirklich krasse 20°C unter den Vorwerten. Wow!

zu 3.3 Temperatur

4. Fazit

4.1 Thermaltake Suppressor F51 Power Cover Edition

Auch wenn ich mir hier und da dachte „Gut gedacht, so la la gemacht“ – ich mag das Gehäuse! Die Materialanmutung ist ausgezeichnet, die Verarbeitung größtenteils top, die Optik gefällt mir und die Maßnahmen zur Staubabwehr arbeiten wie 300 Spartaner in einer engen Bergpassage. Enttäuscht hat mich nur die Anleitung, weil ausgerechnet die nicht selbsterklärenden Arbeitsschritte nur dürftig oder gar überhaupt nicht behandelt werden. Deshalb eine kleine Kaufwarnung für absolut Unerfahrene.

Die spezielle, mir zugeschickte Gehäusevariante mit Fenster und Netzteil-Abdeckung, hätte ich persönlich nicht gewählt. Muss die Innereien von außen nicht sehen können, zumal die Variante ohne Fenster eine zusätzliche Kühlöffnung bietet. Zum Netzteil-Cover sei aber noch positiv ergänzt, dass es zwei zusätzliche SSD Einbauplätze auf der Oberseite bietet – mit dem Fenster durchaus ein Hingucker bzw. eine weitere Option für ein opti Kabelmanagement. 4 Sterne

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4.2 Thermaltake Paris 650 W

Ein Netzteil zum Verlieben: stark, effizient und leise. Dazu hochwertig verpackt, üppig ausgestattet und dafür auch noch günstig. Uneingeschränkte Kaufempfehlung! 5 Sterne

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4.3 Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240

Die Leistung ist über jeden Zweifel erhaben, die Geräuschentwicklung angemessen und die Verarbeitung eigentlich super… wäre da nicht die Sache mit den minderwertigen Schraubgewinden am CPU-Sockel.
Auf die Spielerei mit den Farb-LEDs könnte ich persönlich gut verzichten. Wer sowas mag, sollte vielleicht wissen, dass die Einstellung „Weiß“ nicht 100% weiß ist, sondern einen Blaurotgrün-Regenbogen wirft. 3
Sterne

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4.4 Gesamtpaket: Gehäuse, Netzteil & Wasserkühlung von Thermaltake

Würde einen Vergleich mit einem gut motorisierten VW Passat Kombi in sportlicher Ausstattungsvariante ziehen: was schön Dezentes und Solides, super geeignet für die alltägliche Benutzung. Wer noch ein paar Euros in die Hand nimmt, sich Kabel in optimaler Länge und mit nur soviel Anschlüssen wie benötigt kauft, kann über einen guten Luftstrom hinaus, auch noch ordentlich was für die Optik des Innenlebens machen. 4 Sterne

Ich will mich an dieser Stelle noch mal herzlich für dieses tolle Paket von Alternate bedanken!
Übrigens: der Austausch der defekten WaKü durch Alternate hätte nicht schneller und unkomplizierter laufen können.

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Wir danken Robert P. für seinen umfassenden und anschaulichen Testbericht. Zum Dank darf er, wie alle unsere Tester, das Bundle bestehend aus Thermaltake Suppressor F51 Power Cover Edition, Thermaltake Paris 650W PC-Netzteil und Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240 Wasserkühlung behalten. Bewertet hat er das Gesamtpaket mit respektablen 4 von 5 Sternen.

 

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4 Rückmeldungen zu “Community-Beitrag zum Thermaltake-Bundle bestehend aus Gehäuse, Netzteil und Wasserkühlung”

  1. Ralf 30. Juli 2016 um 15:26 #

    Sehr gut geschrieben vor allem auch verständlich

  2. rayken 30. Juli 2016 um 22:54 #

    4.3 Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240
    „Die Leistung ist über jeden Zweifel erhaben, die Geräuschentwicklung angemessen“

    Also nichts für Silent Rechner?
    Wie sieht es mit Pumpengeräusch aus ist das störend?
    Hatte schon mal eine Wasserkühlung von Thermaltake und das Pumpengeräusch war einfach nur nervig laut.

    • Robert 5. August 2016 um 04:17 #

      Für einen Silent Rechner ist diese WaKü eher nix – man hört sie schon deutlich. Hat mich bisher aber nicht genervt, weil’s keine Störgeräusche à la Pfeifen, Zischen oder Gluckern gibt.

  3. Glassesshop 4. August 2016 um 09:47 #

    Wir danken Robert P. für seinen umfassenden und anschaulichen Testbericht. Zum Dank darf er, wie alle unsere Tester, das Bundle bestehend aus Thermaltake Suppressor F51 Power Cover Edition, Thermaltake Paris 650W PC-Netzteil und Thermaltake Water 3.0 Riing RGB 240 Wasserkühlung behalten.

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