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Community-Beitrag zu einer Buffalo LinkStation 441DE mit 4 HGST Festplatten

8 Nov

Willkommen zu unserem nächsten Produkttest. Unser eifriger Leser Matthias B. durfte sich glücklich schätzen und eine Buffalo Linkstation 441DE inkl. 4 HGST Deskstar NAS-HDDS mit je 4 TB Kapazität testen.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines Testberichtes!

Test der Buffalo Linkstation LS441D mit 4x4TB HGST Deskstar NAS-Festplatten

Vorwort:

Ich habe bei einem Gewinnspiel von ALTERNATE die Komponenten gewonnen, unter der Prämisse, einen ausführlichen Produkttest zu schreiben.

Schritt 1 – Das Auspacken

Die HGST-Festplatten sind alle stabil verpackt, was bei Festplatten aber auch üblich sein sollte. Ich erwähne dies nur, weil ich zum 1. Mal überhaupt Festplatten in einer Endverbraucherpackung bekommen habe.
Die üblichen Broschüren mit Anfangstipps, Garantiebestimmungen und einer Werbung für eine kostenlose 3GB-Cloud liegen mit dabei und erfreulicherweise vier Schrauben zum Befestigen.
Das NAS ist ebenfalls sehr solide verpackt und im Karton befindet sich folgendes:

  • Das NAS-Gehäuse
  • Ein Netzteil mit deutschem Schukostecker sowie einem Commonwealth-Stecker
  • Eine CD mit Software (Installation, Handbuch, Backup etc.)
  • Ein Ethernetkabel, voll belegt, in flacher Ausführung
  • Zwei bebilderte „Quick Setup Guides“ für die Installation via PC oder aber Smartphone, mit vielen Bildern und minimalem Text (auch auf Deutsch)
    Garantiebestimmungen
  • Erste Hilfe, wie man Festplatten initialisiert, falls das Gerät die Platten nicht erkennt. Allerdings setzt die Hilfe einen SATA-USB-Adapter voraus und hilft nur für Windows XP, 7 und 8. Ein Anfänger mit Windows 10 muss improvisieren

Schritt 2 – Das Zusammenbauen

Die Frontklappe vom NAS-Gehäuse ist überhaupt nicht gesichert o.ä., sie wird einfach nur aufgehebelt, das lässt nichts Gutes erwarten (ich habe bereits mehrere NAS-Geräte bei Freunden installiert z.B. von QNAP oder Synology). Im Gerät sind wie erwartet 4 Laufwerksrahmen, die laut der bebilderten Anleitung nur mit einer kleinen Plastiknase am Boden arretiert und mittels gleichzeitigem nach außen und oben Ziehen zu lösen sind. Hier gibt es ein ganz dickes Minus von mir, die Rahmen sind aus dünnem Kunststoff und halten nicht einmal sich selber vernünftig. Die Stabilität kommt erst, wenn man die Festplatte einbaut und verschraubt.
Die Festplatten schiebe ich übrigens ins Gehäuse ohne den Rahmen anzufassen, da sich dieser für meinen Geschmack zu sehr verbiegt, wenn man ihn nur berührt. Und da es etwas Kraft erfordert, bis die Festplatten in die SATA-Halterung einrasten, riskiere ich lieber nichts.
Nachdem alle vier Platten eingebaut sind, verbinde ich noch das dünne Ethernetkabel mit meinem Gigabit-Switch.

Schritt 3 – Inbetriebnahme

Die bebilderte Anleitung sagt, ich soll zuerst den Powerknopf drücken, klingt logisch, also los gehts. Die 16 TB erwachen zum ersten Mal zum Leben und machen in Verbindung mit dem Gehäuselüfter einen ordentlichen Lärm, aber man merkt, wie die Gesamtlautstärke doch langsam leiser wird.
Nun braucht man für die Anleitung etwas Fantasie, denn die Bilder probieren mir zu erklären, dass ich warten soll, bis die Power-Leuchte aufhört zu blinken und permanent leuchtet.
Kleiner Haken: die Power-LED kann aber in verschiedenen Farben blinken und leuchten. Halten wir einfach fest: weiß ist gut, rot ist böse. Die Power-Lampe leuchtet inzwischen permanent weiß und nun soll man laut Anleitung die Reset-Taste betätigen und ebenfalls wieder warten, bis das Blinken aufhört und die LED permanent leuchtet. Immerhin gibt es hier den Hinweis, dass dieser Vorgang bis zu 15 Minuten dauern kann. Erfreulich kurze 9 Minuten später ist das Gerät aber fertig mit dem Einrichten der Festplatten, denn der Lautstärkepegel ist drastisch weniger geworden und die LED leuchtet permanent.

Schritt 4 – Softwareinstallation

Jetzt beginnt die Softwareinstallation und sie geht schon lustig los. Nachdem ich die CD eingelegt habe, startet die automatische Installation. Ich habe die Wahl die Installation zu starten oder aber auch das Handbuch zu lesen. Ich entscheide mich fürs Handbuch und bekomme eine Fehlermeldung zu sehen, da ich nicht online bin. Auf der gesamten CD ist nicht eine Seite hinterlegt, wenn man im Handbuch etwas nachlesen möchte, muss man auf die Seiten von Buffalo gehen bzw. wird dort hingeleitet – nicht wirklich userfreundlich.
Also starten wir die Installation: es wird der NASNavigator2 installiert, welches ein Tool ist, was das NAS sucht und grob einrichtet (IP, Gateway, Arbeitsgruppe, Netzlaufwerk etc.). Nun kann das erste Feintuning beginnen:

  • Administratorpasswort festlegen
  • Festplatten freigeben (öffentlicher Ordner: ja/nein) -> Ich muss dies für alle vier Festplatten machen, da das NAS sie standardmäßig als JBOD (just a bunch of disks) angelegt hat, ein evtl. RAID kommt erst später

Schritt 5 – Einstellungen anpassen

Hat man die ersten Schritte abgeschlossen, kann man über den NASNavigator2 das NAS im Browser öffnen und sieht die Hauptmaske:

Es geht direkt weiter zu den „Erweiterten Einstellungen“, hier kann man sich das NAS nun nach seinen Wünschen anpassen und konfigurieren.
Kleiner Tipp: wenn man im oberen Bereich auf das blaue Fragezeichen klickt und dann bei der Schnellhilfe einen Haken setzt, werden erweiterte Hilfstexte in den jeweiligen Menüs eingeblendet, die einem etwas weiterhelfen.

Bevor ich mich in diesem Menübaum austobe, schaue ich doch erst einmal nach, ob es eventuell ein Update für das Gerät gibt, denn die 2014 unten rechts im Copyright gibt mir doch etwas zu denken. Leider ist das System tatsächlich „aktuell“, es gibt keine neuere Version, als die bereits installierte 1.81 aus 2014. Andere Hersteller sind da etwas releasefreudiger, wenn es um Systemupdates oder sogar um Upgrades geht.
Gehen wir also weiter und konfigurieren das RAID, ich entscheide mich bei vier gleichen Platten für ein RAID 10. Die nötigen Einstellungen sind schnell gesetzt, aber jetzt beginnt ein kleiner Belastungsmarathon. Das NAS hat das Array zwar schnell fertiggestellt und man kann auch schon Daten darauf kopieren, aber die Plattensynchronisation hat bei mir beinahe 30 Stunden gebraucht. In dieser Zeit rödelt das NAS permanent und ist unüberhörbar.
Werfen wir also in der Zwischenzeit einen Blick auf die Punkte, die wir noch konfigurieren können:

  1. Dateifreigabe: Relativ einfach aufgebaut, auch für Anfänger. Man bestimmt User und/oder Gruppen, die auf die verschiedensten Ordner zugreifen darf. Des Weiteren regelt man, wie auf das NAS zugegriffen werden kann (PC/Mac/FTP)
  2. Laufwerke: Außer dem RAID-Modus gibt es hier noch Hilfsprogramme für die Festplatten sowie die Möglichkeit, einen externen USB-Datenträger anzuschließen (USB 3.0 uns 2.0)
  3. Dienst: Jetzt kommen die Dienste, die das NAS für die ganze Familie wertvoll macht. Es gibt einen integrierten DLNA-Server, einen iTunes-Server, einen Print-Server für USB-Geräte und einen Netzwerk-USB-Anschluss-Service. Die Dienste laufen bei mir alle stabil (es greifen 4 User gleichzeitig zu). Hinweis: Klickt man im Hauptmenü auf das Zahnrad bei „DLNA“ oder bei „Network-USB-Service“ landet man auch in diesem Bereich.
  4. Anwendung: Leider können keine Anwendungen installiert werden, das Gerät kommt mit einem BitTorrent-Client, der normal arbeitet und selbsterklärend funktioniert. Hinweis: Klickt man im Hauptmenü auf das Zahnrad bei „BitTorrent“ landet man auch in diesem Bereich.
  5. Netzwerk: Nichts Weltbewegendes, IP-Adresse und die Arbeitsgruppe (oder Domäne) können hier eingestellt werden.
  6. Backup: Das bordeigene Backup ist sehr rudimentär, ich empfehle eine externe Software, die auf das NAS sichert. Aber man kann das NAS als Backupziel für Apples Time Machine aktivieren.
  7. Verwaltung: In diesem Menü hatte ich die meisten Bauchschmerzen, was die Konfiguration des NAS betrifft. Möchte man seine Zeitzone und seine Sprache einstellen, meckert das Programm herum, dass der hinterlegte Zeitserver so nicht arbeiten kann, ändert man den Zeitserver, kann dieser nicht angesprochen werden. Nachdem ich alles manuell eingetragen habe, ohne Abgleich mit einem Zeitserver, läuft es halbwegs.
    Da das NAS die Festplatten nicht in den Ruhezustand schickt, muss man sie entweder permanent laufen lassen oder aber den Ruhezustands-Timer bemühen. Hier kann man genau drei Einstellungen hinterlegen, wann das NAS täglich/wöchentlich aktiv oder inaktiv ist, aber flexibel geht anders. Laut mehreren Usern, die den Buffalo Support bemüht haben, wird sich daran auch nichts ändern.

Ungetesteter Menüpunkt:

  1. WebAccess: Man kann sich für sein Andoidhandy oder für sein iPhone diverse Apps herunterladen, um unter Anderem das NAS von überall per Fernzugriff zu erreichen. Da diese Apps aber mehr schlecht als recht funktioniert haben, wollte ich das Gerät nicht in die DMZ stellen.

Schritt 6 – Mitgelieferte Backup-Software

Man bekommt eine Version der NovaBACKUP Buffalo Suite von 2013 mitgeliefert. Ich muss zugeben, ich habe vorher von dieser Software nie etwas gehört und sie blieb auch nicht lange auf meinem PC. Da das Upgrade der NovaBACKUP Software auf eine aktuelle Version genau so viel kostet, wie die aktuelle Variante des bekannten Herstellers mit „A“, würde ich eher dazu raten.

Fazit

Als Gerät zum Einsteigen in das Thema NAS ist die Buffalo Linkstation LS441D meiner Meinung nach gut geeignet. Allerdings nicht unbedingt als Gerät mit vier Platten, zwei wären völlig ausreichend. Wenn man später weiß, was andere Geräte können, kann man immer noch umsteigen. Gut, dementsprechend ist natürlich auch der Preis im Vergleich zu anderen Geräten. Wer einen einfachen Netzwerkspeicher sucht/braucht, ist mit diesem Gerät gut beraten. Ebenfalls sehr angenehm: Trotz des mir suspekt erscheinenden dünnen Ethernetkabels betrug die Schreibrate knapp 50MB/s und die Leserate knapp 75MB/s.

Pro:

  • Leicht einzurichten
  • Verwaltung der User
  • diverse Dienste

Contra:

  • kein Festplattenmanagement (laufen permanent, wenn man es nicht explizit abstellt)
  • rudimentäre Backupsoftware
  • schwache Plastikrahmen für die Festplatten
  • letzte Firmware von 2014

Gesamtwertung: 3 Sterne von 5

Wir danken Matthias B. für sein Engagement sowie den Testbericht. Wie jeder unserer Produkttester darf auch er die Buffalo Linkstation 441DE inkl. 4 HGST Deskstar NAS-HDDS mit je 4 TB Kapazität behalten. Bewertet hat er das NAS mit 3 von 5 Sternen. 

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Eine Rückmeldung zu “Community-Beitrag zu einer Buffalo LinkStation 441DE mit 4 HGST Festplatten”

  1. Preis-Roboter 14. August 2017 um 00:11 #

    Wie hat sich denn die Buffalo Linkstation LS441D jetzt im Langzeit Test geschlagen dieser würde mich sehr interessieren da ich selbst auf der suche nach einem guten NAS bin.
    LG

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