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Community-Beitrag zum Samsung C24FG70FQU

30 Nov

Kurven, die die Welt verändern! Ob das stimmt und in wie weit sich das Sehgefühl durch einen Curved-Monitor verändert, durfte unser Leser Florian B. ausgiebig an einem Samsung C24FG70FQU LED-Monitor mit Curved-Display testen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines umfangreichen Testberichtes!

Testbericht Samsung C24FG70FQU

Einleitung

Vorneweg:

Herzlichen Dank an Alternate für die kostenlose Bereitstellung des Samsung C24FG70FQU.

Ich guck dem geschenkten Gaul aber doch mal in’s Maul – das war schließlich Bedingung für den gratis Erhalt des Gerätes.

Es handelt sich bei dem getesteten Monitor um ein gebogenes Gerät der “24 Zoll Klasse” mit Full HD Auflösung, d.h. echte 23,5 Zoll bei 1920×1080 Bildpunkten und somit 16:9 Seitenverhältnis. Der Wölbungsradius beläuft sich auf schmale 1800mm.

Es handelt sich außerdem um ein Gerät mit FreeSync, eignet sich also insbesondere für Besitzer von AMD Grafikkarten, die dieses Feature unterstützen (meiner Erinnerung nach alle Modelle ab der 200er Modellreihe).

Anschlüsse am Gerät sind außer dem Anschluss für das Steckernetzteil noch 1x DisplayPort, 2x HDMI und 1x 3,5mm Klinke zum Anschluss eines Kopfhörers oder eines Lautsprechersystems. Der ebenfalls per 3,5mm Klinke nutzbare Serviceport dürfte für den Nutzer reichlich irrelevant sein.

Packungsinhalt und Gedanken dazu

1x Monitor
1x Standfuß
2x Schraube zum Verbinden der ersten beiden Teile
1x Netzteil (extern, kein Kaltgerätekabel – muss man wollen)
1x HDMI Kabel (ca. 1,50m)
1x DisplayPort Kabel (ein paar cm länger)
1x Zettelwirtschaft (Garantiekarte, Beipackzettel, Kalibrierungsbericht, so Zeuchs)
1x Handbuch CD (auf der sich neben dem Handbuch in allerlei Sprachen – inkl. Deutsch – noch Treiber, der Acrobat Reader und das Tool “Easy Setting Box” befinden)
1x Wandhalterung (nennen die so, ist aber nur eine Adapterplatte, die aus den poprietären Schraublöchern für den Standfuß einen 75x75mm VESA-kompatiblen “Anschluss” macht, der die Nutzung an Wandhalterungen oder anderen Standfüßen ermöglicht) inkl. einem Metallpin, mit dem man den Standfuß wohl vom Monitor trennen kann (habe ich nicht getestet, da kein Bedarf für externen Standfuß).

Wie man unschwer an der Liste erkennen kann, gibt es kein gedrucktes Handbuch, dafür aber PDFs in allen erdenklichen Sprachen – also aus meiner Sicht: englisch, deutsch und n Haufen unnütze. Das mag den meisten Leuten mehr als ausreichen – so auch mir – könnte aber für den ein oder anderen vielleicht ein Problem sein.

Szenarien für Probleme:

  • sonst nur Mobilgeräte im Haus
  • kein optisches Laufwerk mehr im oder am Rechner
  • Unfähigkeit zu überblicken, wie man einen Monitorarm in einen Standfuß zu stecken und dann zwei Schrauben in die dafür vorgesehene Löcher zu schrauben hat
  • Probleme damit, Steckernetzteile oder ansonsten nur in richtige Buchsen passende Kabel einzustecken

Scherz beiseite: Monitoraufbau und -anschluss sollten eigentlich selbsterklärend sein, ist kein Mysterium und die Anleitung braucht man wenn überhaupt nur hinterher für die erweiterte Einrichtung unter Windows, eine Erklärung des On Screen Displays und der Bedienelemente, also alles in allem nichts, was für den erstmaligen Betrieb wirklich essentiell notwendig ist.

Das mitgelieferte Tool “Easy Setting Box” ist ein Tool, um Monitore in Bereiche aufzuteilen und Fenster an andere Monitore zu “senden”. Unter anderem werden Hotkeys geboten, die das auf Tastendruck erledigen. Für den ein oder anderen mag das ein sehr praktisches Tool sein – z.B. wenn man mehrere Konfigurationen hat, in dem man Fenster an verschiedenen festgelegten Positionen auf seinen Monitoren verteilen möchte. Ich persönlich nutze Windows 10, das meiner Meinung nach mit der Aufteilung für 1-4 Fenster pro Bildschirm ausreichend Funktionalität bietet (ganzer Monitor, halber Monitor, ein Viertel des Monitors) und das sich mit Maus oder Windowstaste+Cursortasten ausreichend bequem bedienen lässt. Ich habe die Software daher deinstalliert, nachdem ich mir einen Überblick über deren Funktion verschafft habe.

Für andere Betriebssystem habe ich im Übrigen nichts auf der CD gefunden, außer Horizontal- und Vertikalfrequenzlisten mit Angabe von Auflösung, Pixeltakt und Synchronisationspolarität in der Anleitung – das sollte z.B. für Linux aber auch eigentlich reichen. Die Inhalte der Treiber-/Handbuch-CD findet man mittlerweile übrigens auch auf der Samsung Website, so dass zumindest das mögliche Problem fehlender optischer Laufwerke keines sein sollte. Außer es gibt auch kein Internet. Davon ab funktioniert der Monitor aber unter Windows 10 (anderes kann ich nicht mehr testen) aber auch ohne Treiber.

Handbuch

Das Handbuch umfasst 44 Seiten, sieht recht aufgeräumt aus und hat mich in der ersten Woche des Testens nicht weiter interessiert.

Aufbau und Anschluss gehen im Prinzip wie bei jedem anderen Monitor auch vonstatten, das On Screen Einstellungsmenü ist relativ verständlich und die Funktionen des Vierwege-Steuerkreuzes mit Klickfunktion auf der Rückseite des Monitors(!) und die drei Schnellwahltasten am untereren Rand des Monitors sind relativ schnell durch probieren herauszufinden. Das Handbuch war daher zuerst nicht nötig.

Um Details der Bedienung herauszufinden oder das stellenweise nicht sonderlich intuitive OSD zu verstehen, lohnt sich ein Blick ins Handbuch allerdings doch sehr. So habe ich das jedenfalls im Laufe der zweiten Testwoche empfunden. Insbesondere welche Features andere Features deaktivieren, sollte man darin mal nachschlagen (FreeSync deaktiviert z.B. die Einstellungen für Reaktionszeit und Input Lag).

Testumgebung

Angeschlossen ist der Monitor neben zwei weiteren (beide Lenovo ThinkVision LT2452p – vorher waren’s drei – 16:10 24 Zoller über DVI angesteuert) an einer MSI Radeon R9 390 8G, die wiederum in meinem etwas betagten Rechner steckt. Zur Verbindung des Monitors verwende ich momentan sowohl einen der beiden HDMI Ports als auch den DisplayPort, so dass ich nur im Windows umstellen muss, um das Gerät an beiden relevanten Anschlüssen zu testen.

Die restlichen Komponenten des Testgerätes könnte ich noch kurz nennen: Mainboard mit P57 Chipsatz (MSI P67A-GD53 (B3)), dazu passend ein Intel Core i7 2600K (allerdings auf 4,2GHz statt der üblichen 3,4GHz) und 4x4GB Kingston HyperX Beast 2400 RAM (auf 2133MHz). Zwei SSDs für Windows, respektive Spiele und ein paar HDDs, um Daten unterzubringen, dazu ein Blu Ray Combo Laufwerk (Blu Ray lesen, DVD/CD lesen/schreiben), mit dem ich dann auch Blu Ray Video abspielen kann, PowerDVD sei Dank.

Als Letztes ist noch mein gutes, altes Creative Labs 2.1 Soundsystem zu erwähnen, das wird nämlich dank zweier Features des Monitors noch relevant.

Inbetriebnahme

Wie oben schon angedeutet, ist die Inbetriebnahme recht simpel. Fuß angesteckt, zwei Schrauben reingedreht (Kreuzschlitz – Dreher dafür sollte beim geneigten Computerist vorhanden sein), Netzteil in den Monitor, anders Ende in ne Steckdose (Steckernetzteil, das sich um bis zu 90° drehen lässt, es sollte also keine Probleme in Mehrfachsteckdosen geben), DP, HDMI oder beide Kabel in den Monitor, anderes Ende in die Grafikkarte – Hauptfunktion hergestellt. Ich hab des Weiteren noch mein Lautsprechersystem in den Monitor gestopft (3,5mm Klinke) und es vorher zu diesem Zweck aus dem bis dato verwendeten Mainboardanschluss entfernt.

An geht das Teil von alleine, einen wirklichen Powerschalter hab ich nicht gefunden, man kann das Gerät jedoch über das Steuerkreuz ausschalten (Klick -> runter). Ob das ein Unterschied zu “warten, bis das Ding in Standby wechselt” macht, ist mir nicht bekannt. Ich geh vielleicht doch noch mal das Handbuch durch. Oder mit nem Strommessgerät dran. Bei mir hängen Monitore allerdings für gewöhnlich an den Slave Buchsen zum Rechner-Master an einer Master/Slave-Steckdose, daher irrelevant für mich.

Optische Eindrücke

Zuerst einmal gibt es dabei natürlich ein paar generelle Ansichten des Monitors.

Ansicht von vorne in höchster Einstellung:

Ansicht von der Seite in höchster Einstellung:

Ansicht von der Seite in niedrigster Einstellung:

Ansicht von Hinten:

Nun folgen ein paar Detailaufnahmen, die vielleicht von besonderem Interesse sind.

Beginnen wir mit den Anschlüssen (Strom, HDMI1, HDMI2, DP, Service, Speaker v.l.n.r.):

Der Steuerungshebel zur OSD Kontrolle:

Die drei Profilwahlschalter am rechten unteren Bildschirmrand, daneben das Power-LED:

Das Kensington-Schloss rechts der Anschlüsse und der Warnzettel, dass man sich doch bitte nicht die Finger bei der Höhenverstellung klemmen möge, indem man den Monitor an den Gelenken anfasst:

Das Display erscheint durch die Biegung auf den ersten Blick recht dick:

Nun noch ein paar weitere Ansichten.

Der Monitor im Pivot-Modus (das Display lässt sich ausschließlich im Uhrzeigersinn drehen, d.h. der Samsung Schriftzug wird im Pivot Modus immer links sein, so auch der etwas breitere untere Rahmen) – zusätzlich nach “links” gedreht, also effektiv oben nach hinten geneigt und in der Höhe nach ganz unten gestellt, so dass er auf dem Tisch aufsitzt:

Der Monitor von der Seite, hohe Einstellung, nicht gedreht/geneigt:

Der Monitor von der Seite, kein Pivot, aber ganz nach hinten geneigt:

Das On Screen Display in der Übersicht:

Die mitgelieferte Zettelwirtschaft und Treiber-CD:

Die “Wandhalterung”:

Die beiden mitgelieferten Kabel habe ich jetzt nicht mehr fotografiert. Erstens sind sie bereits verbaut und zweitens… sind es schwarze Kabel. Da ist jetzt nichts besonderes dran zu sehen.

Und zu guter letzt noch ein Foto vom Monitor in seiner “natürlichen” Umgebung, d.h. auf meinem Desk. Man beachte die wunderbare Passgröße des Standfußes zu meinem Headset (Sennheiser PC 360 – zur Größeneinordnung). Das finde ich beinahe besser als einen dedizierten Kopfhörerhalter irgendwo:

Zum Abschluss der optischen Eindrücke hier noch ein paar Videoschnipsel, die die Unterbodenbeleuchtung und den Pixelfehler zeigen. Die Erklärung dazu folgt weiter unten im Abschnitt “Uuuund ACTION!”:

Unterbodenbeleuchtung “blinking”:

Unterbodenbeleuchtung “interactive”:

“Pixelfehlerspalte rechts”:

Oder gleich als Playlist aller drei Videos:

 

Monitor Pro und Contra

Für Strichlistenfreunde.

Pro:

  • AMD FreeSync
  • Curved mit 1800mm Radius
  • 125% sRGB Farbraum
  • LED Backlight
  • Sehr schnelles VA Panel – 1ms wird angegeben
  • Steckernetzteil ist drehbar
  • keine eingebauten Lautsprecher (ja, halte ich für gut so)
  • Lautsprecheranschluss, der das Signal über DisplayPort oder HDMI bekommt und weiterleiten kann
  • 3 Monitorprofile speicher- und schnell abrufbar
  • höhenverstellbar um 140 mm
  • drehbar
  • neigbar
  • Unterbodenbeleuchtung (ernsthaft!)

Contra:

  • Kein USB Hub
  • Keine App für das OSD (ok, das ist kleinlich und bieten die meisten anderen Monitore auch nicht – einige wenige bieten Android/iOS Apss für diesen Zweck)
  • FullHD statt WUXGA (1920×1200 scheint leider aus der Mode zu geraten… kann aber auch nicht gegen den Monitor verwendet werden, da man die Auflösung ja vor dem Kauf kennt – ist nur meine Präferenz)

 

Uuuund ACTION!

Okay. Nach den einleitenden und grundlegenden Worten und der Strichliste folgt nun der Freitext. Nach mittlerweile knapp anderthalb Wochen komme ich zu folgenden Ergebnissen:

Die Anschlüsse (1x DisplayPort v1.2, umschaltbar auf v1.1, 2x HDMI, 1x 3,5mm Klinke) sind für meinen Geschmack ausreichend. Will man alle Features des Monitors nutzen, wären andere Anschlüsse eh keine Option. VGA hab ich bei LCDs sowieso nie verstanden – warum von Digital auf Analog und zurück wandeln, wenn die Verbindung auch direkt volldigital möglich ist – und DVI ist halt nicht mehr leistungsstark genug.

FreeSync ist ne ziemlich gute Sache. ENDLICH kein Tearing mehr. Das allein wäre schon den Kauf eines neuen “Gaming”-Monitores wert, wenn man noch keinen mit zur eigenen Grafikkarte passendem System (AMD – FreeSync, NVIDIA – G-Sync) besitzt.
Beim getesteten Modell handelt es sich, wie gesagt, um einen für AMD Karten gedachten FreeSync Monitor.
Wenn ich das richtig sehe, kann das Modell am Display Port von 48 bis 144 Hertz und am HDMI Anschluss von 48 bis 120 Hertz. Mir ist keine Methode bekannt, das zu prüfen, daher habe ich die auswählbare Maximalfrequenz beim jeweiligen Anschluss, bzw. die minimale vertikale Frequenz laut Datenblatt vermutet. Beim Hersteller konnte ich leider keine Aussage dazu entdecken, welche Frequenzen bei diesem Modell für FreeSync tatsächlich unterstützt werden.
Was mich allerdings etwas genervt hat, war, dass man sowohl im OSD, als auch im Windows davon getrennt die Wiederholfrequenz UND den FreeSync Status einstellen musste. Will man also 144 Hz mit FreeSync nutzen, heißt es: am Monitor beide Einstellungen tätigen und dann im Windows auch noch mal 144 Hz einstellen und im Radeon Treiber FreeSync aktivieren. Warum kann der Monitor nicht einfach erkennen, was der Rechner von ihm will und sich entsprechend selbst konfigurieren? Bräuchte man dafür wieder eine Datenverbindung z.B. über USB?

Curved. Gebogene Monitore. Ich hatte vorher keine Erfahrung damit und muss gestehen, dass ich das bei einem “kleinen” 24” Monitor vorher für völlig überflüssig gehalten habe.
Nach dem Test muss ich aber zugeben, dass ich das ÄUSSERST angenehm finde. Das Prinzip scheint ausgesprochen gut zu funktionieren und ist wirklich angenehm für die Augen.
Nach kurzem Blick in ein Vergleichsportal meiner Wahl stelle ich fest, dass bei gebogenen Monitoren sehr verschiedene Radien eingesetzt werden. Aber nur ein Modell hat einen geringeren Radius von 1500, geschätzt ein Drittel der auf dem Markt verfügbaren Modelle scheint den 1800er Radius wie dieses Modell zu besitzen, der Rest einen größeren. Keine Ahnung, wie sich das wirklich auswirkt, aber wie gesagt: hier funktionierts toll.

125% sRGB Farbraum. Die Angabe glaube ich dem Hersteller jetzt mal ungeprüft. Ist vermutlich hauptsächlich für Grafikbearbeitung interessant, aber da verwendet man im professionellen Umfeld dann sicher besser ein Gerät, das man selber kalibrieren kann (mit mehr Farbeinstellungen als Rot, Grün und Blau jeweils von 0 – 100) und das speziell für diesen Zweck entwickelt wurde. Mag sein, dass das einer der Effekte ist, die sich tatsächlich als “bessere Erkennbarkeit von Farbunterschieden” oder “lebendigere Farben”, oder wie man es beschreiben will, bemerkbar machen. Aber ich halte es jetzt instinktiv erst mal für hauptsächlich werberelevant. Nichtsdestotrotz: die Farbwiedergabe gefällt mir gut.
Für den Laien: der Monitor gibt Farben und Kontraste gut wieder, nichts zu beanstanden.

Die LED Hintergrundbeleuchtung. Macht hell und ist angeblich energiesparend. Das mitgelieferte Netzteil liefert bis zu 59 Watt. Die vom Hersteller angegebenen 36 Watt bei eingeschaltetem Monitor erscheinen da beinahe etwas fragwürdig. Aber gut. Lieber ein überdimensioniertes Netzteil als andersrum. So lebt’s hoffentlich länger.

Apropos Netzteil: es handelt sich wie gesagt um ein Steckernetzteil (ihr wisst schon – diese Dinger, die in der Mehrfachdose gerne mal 2-3 Plätze einnehmen), das aber wegen zwei Eigenschaften positiv hervorzuheben ist: erstens ist es recht schmal und zweitens kann man es auf dem Stecker drehen, so dass es tatsächlich auch bei mir in einer recht vollständig besetzten Mehrfachdose nur einen Platz einnimmt. Fast so vorbildlich wie Kaltgerätestecker. Keine Ahnung, warum man das Netzteil auslagern musste…

Beim Panel handelt es sich um ein sehr schnelles VA-Panel. Angegeben hat der Hersteller eine Reaktionszeit von 1ms. Schneller geht wohl nicht, ist aber auch bei bis zu 144 Hertz wohl sinnvoll oder sogar notwendig.

Die Bildqualität ist wirklich sehr gut. Merkbar besser, als bei meinen bisherigen Displays (nicht nur besser als die E-IPS Lenovos, auch vorherige Samsung und BenQ Geräte, die hier noch rumstehen). Ich nehme an, dass man das wohl der Samsungschen “Quantum Dot” Technologie gut schreiben darf.

“Fehlende Lautsprecher” (mal ehrlich – die nutzt außerhalb von Büros für Systemklänge eh niemand, oder? Die Klangqualität ist doch meist absolut unterirdisch) finde ich in der Tat positiv. Überflüssiges muss in meiner Hardware nun mal nicht verbaut sein und Soundanlagen dürfen ruhig etwas mehr hergeben als aus diesen Blechschüsseln in Monitoren für gewöhnlich rauskommt.

Der Monitor ist drehbar. Wer’s braucht – es ist da. Ich tendiere ja im Normalfall eher dazu, den Monitor mit Fuß zu drehen, wenn überhaupt. Im Normfall stell ich meine Monitore in festen Winkeln zueinander auf, sodass Drehbarkeit eher nutzlos ist. Scheint mir ein Feature zu sein, das man eher bei Einzelmonitor-Setups nutzt. Und in Büros, wo man mal eben wem was zeigen möchte und eine Drehung zu dessen Sichtfeld hilfreich ist. Für Otto-Normal-Gamer also eher nicht so wichtig.

Neigbar isser auch. Allerdings hauptsächlich nach hinten. Mag ja nützlich sein, wenn man gerade an seinem Tisch sitzt. Ich für meinen Teil hätte das Ding ja lieber nach vorne neigbar gehabt (ich häng wie n Affe auffem Schleifstein vorm Rechner und gucke eher zum Monitor hoch).

Höhenverstellbarkeit über Doppelgelenkfuß. Wegen der Konstruktion des Standbeins mit diesen Gelenken geht mit der Höhenänderung auch immer eine Verschiebung des Displays nach vorn oder hinten einher. Das verträgt sich nicht gut mit anderen Modellen, die bei Höhenverstellung ihre Tiefenposition beibehalten (wie z.B. meine anderen beiden hier…).
Warum die das extra anpreisen, ist mir nicht ganz klar. Zugegeben: die Einstellung damit lässt sich sehr genau dosieren, aber in Kombination mit anderen Geräten isses blöd. Selbst wenn’s baugleiche Modelle sind. Wenn sie im Winkel zueinander aufgestellt sind, statt auf einer Geraden, würde man sie beim Höherstellen weiter nach hinten schieben und somit Lücken zwischen den Monitoren erzeugen. Unschön. Insbesondere für Curved Monitore, mit denen man ja beim Besitz von mehreren eher eine größere, durchgehende Kurve erzeugen wollen würde. Also nichts mit “auf einer Geraden aufstellen”.

Pivotfunktion bietet das Gerät ebenfalls. Ich dachte hier zuerst: “Moment mal. Curved Monitor. Warum sollte man den nach oben drehen, dann ist das Display ja oben und unten gebogen”. Dann hab ich’s ausprobiert, das Fenster, das ich zum Editieren dieses Berichtes nutze draufgezogen und eine Aha-Erlebnis gehabt. Auch hier wäre mir zwar die Neigung nach vorne lieber gewesen, aber tatsächlich ist curved auch bei einem Hochkantmonitor angenehm. Überraschte mich etwas. Aber positiv.

Unterbodenbeleuchtung. Ja. Ich hab’s auch eher bei Autos vermutet. Gibts aber auch hier. Macht im Pivotmodus keinen Sinn (weil’s dann halt zur Seite wegfunzelt), aber quer find ich’s lustig. Es gibt drei Modi, die man über das OSD aktivieren kann.

  • Erstens: aus. Okay. Nicht so spannend.
  • Zweitens: blinking. Schon witziger. Faded dann halt von Hell nach Dunkel und zurück. Endlos und für meinen Geschmack leider etwas schnell. Wenn man das einstellen könnte, wär’s prima. Und wenns mehr als einfarbig kaltweiß wäre. RGB wäre hier nice.
  • Tja. Und dann ist da noch der dritte Modus, für den die oben genannten anschließbaren Lautsprecher wieder relevant werden: interactive. Damit ist Flackern wie bei ner Lichtorgel gemeint. Das ist cute. Kommt aber natürlich bei Musik besser als beim Zocken. Und funktioniert nur, wenn man den Monitor als Soundausgabegerät aktiviert hat. Das ist schade. Ich hätt’s auch gern aktiv, wenn ich die Lautsprecher am Mainboard betreibe… aber das ist vermutlich eine Windows Limitation, da Windows – zumindest meines Wissens nach mit Bordmitteln – nicht zwei Tonausgänge gleichzeitig ansteuert.

Leider komme ich nun zum ersten echten Problem, das ich mit meinem Modell hatte: wenn der Ton aus ist und somit das Licht auch aus sein sollte, blitzt die Unterbodenbeleuchtung ungefragt immer mal wieder auf. Das find ich blöd. Keine Ahnung, ob das an meinem Rechner oder dem Monitor liegt, aber das sollte nicht sein.
Die Intensität des Lichts im interactive Modus ist übrigens von der am Monitor eingestellten und vom Rechner gelieferten Lautstärke abhängig. Leuchtet es dauerhaft, ist vermutlich beides zu hoch geregelt. Leuchtet es gar nicht – mindestens eins von beidem zu leise. Möchte man gleichbleibende gute Intensität, stellt man Monitor und Rechner einmal richtig ein und reguliert danach die Lautstärke nur noch am Lautsprechersystem. Da ich aber gerne den Lautstärkeregler an meiner Tastatur nutze, empfinde ich das natürlich auch eher nicht als Lösung. Für jemanden mit einem Soundset, das über eine Fernbedienung verfügt und ohne Lautstärkeregler an der Tastatur, wäre das aber natürlich kein Problem.

Und wo ich jetzt eh schon mal an der Ecke bin, kann ich auch gleich noch von dem Problem mit dem 3,5mm Klinke Anschluss sprechen: der Sound knackst manchmal. Für mich ein echter Dealbreaker für diese Funktion. Ich konnte allerdings auch nach längerem Testen nicht abschließend klären, woran das liegt. Erst dachte ich, es wäre mein DP Kabel, das ich vom vorherigen Monitor einfach angeschlossen gelassen hatte.
Habe das also gegen das beim Monitor mitgelieferte getauscht. Knacksen war weg. Aha, dachte ich, altes Kabel war also Mist. Kurze Zeit später war das Knacksen wieder da. Lag wohl doch nicht am Kabel.
Dann hab ich versucht, an der Bildfrequenz und am FreeSync rumzuspielen (im Handbuch stand was von eventuellen Tonproblemen bei FreeSync-Verwendung – das an sich find ich ja schon n schlechtes Zeichen für nen FreeSync Monitor).
Dann mal HDMI getestet. Steckernetzteil andersrum in die Mehrfachdose gesteckt. Irgendwann war’s wieder weg. Also wieder zurückgestellt auf DP und 144Hz mit FreeSync – immer noch weg. Muss ich nicht verstehen. So bliebe es ein paar Tage. Nun ist es wieder da. SEHR merkwürdig.

Ein weiteres Problem mit dem “Lautsprecher über Monitor routen” ist: schaltet sich der Monitor ins Standby, weil ich zu lang nicht an der Maus war – ist der Ton weg. Nun hör ich gern über den Rechner Musik und muss dafür eigentlich nicht zwangsweise den Monitor an haben. Do the math. Ich werd die Lautsprecher wohl wieder ans Mainboard stecken. Schade um die Lichtorgel.

Fehlender USB Hub. Daran hatte ich mich doch schon etwas gewöhnt. Andererseits steht der Monitor bei mir in der Mitte, ich hab noch n Hub im Mousebungee und die beiden Monitore neben diesem haben auch noch Hubs. Alles in allem also durchaus verschmerzbar.

OSD Steuerknopf. Der ist unter Umständen schwer zu erreichen (man fasst rechts unter dem Monitor durch auf dessen Rückseite. Bei mir steht der rechte Lautsprecher aber nun mal unter dem rechten Rand des Monitors. So komm ich nicht so bequem an den Regler.
Trotz des genannten Steuerhebels gibt es noch 3 Tasten unter dem Display für die Schnellwahl dreier gespeicherter Profile. Die Funktion ist vorbildlich, die Buttons dann aber doch fragwürdig positioniert, denn ich hatte den auf der Rückseite befindlichen “Joystick” für den Versuch gehalten, die Front und Außenränder des Monitors von optisch störenden Knöpfen zu befreien.

Und wo wir schon beim OSD sind: warum kann man das OSD eigentlich nicht per App in Windows bedienen? Das wäre ein nettes Gimmick. Über ein USB Kabel könnte man da doch sicher was regeln… dann müsste man auch eigentlich gar keine Knöpfe mehr am Monitor haben. Außer vielleicht den oft (so auch hier) vermissten echten Ausschalter. Der macht aber natürlich bei einem Steckernetzteil auch wenig Sinn, bzw. müsste sich dann an diesem befinden.
Eine Einstellung des OSD sei aber noch erwähnt, da sie eine dieser kleinen aber feinen Nuancen bietet, die ein Gesamtpaket abrunden: die Power-LED vorne rechts am Monitor lässt sich im OSD umkonfigurieren, so dass sie entweder leuchtet, wenn das Gerät an ist, oder aber leuchtet, wenn das Gerät aus ist. Im Standby blinkt sie jedoch immer. Wie gesagt – eine dieser Nettigkeiten, die man gut finden kann, wenn man Wert auf Details legt.

Ach. Zum Rand hatte ich noch gar nichts gesagt: dieser fällt angenehm schmal aus. Oben und an den Seiten ziemlich exakt 1cm, unten 1,5cm. Das hatte ich schon schlimmer (bisher eigentlich immer). Mag sein, dass es Modelle mit noch schmalerem Rand gibt, aber aus meinem Blickwinkel ist das gut.

Apropos Rand. Ein Problem(chen) ist mir noch aufgefallen. Und zwar scheint es so zu sein, dass am rechten Rand des Displays bei aktiviertem Freesync eine ein Pixel breite Spalte (die ganz rechte) blau flackert. Das fällt insbesondere bei eigentlich schwarzem Monitor auf. Nun verhält es sich leider so, dass viele Loadingscreens bei Spielen schwarzen Hintergrund haben. D.h. bei den meisten Loadingscreens sieht man rechts dieses Flackern. Das find ich jetzt wenig ansprechend.

So. Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, etwas mehr zum OSD zu schreiben. Ein paar Sachen hab ich ja schon immer mal einfließen lassen, aber ich möchte doch noch auf ein paar Details eingehen.
Das Design vom OSD z.B. ist nämlich ziemlich SciFi-mäßig. Wenn das den eigenen Geschmack trifft, kann man das schon mal auf die Pro-Liste setzen.
Die wichtigsten Einstellungen sind nach dem Öffnen des Menüs sofort zu sehen. Es gibt vor dem Menü noch eine Auswahl für Menü (oben), Augenschonmodus (rechts), Power (unten) und nächste Quelle (links). Wählt man nun das Menü, sieht man auf den ersten Blick die Einstellung für Black Equalizer, Response Time, Refresh Rate, FreeSync und Low Input Lag (sorry, das gibts auch auf deutsch, aber ich hab’s sofort auf englisch gestellt).
Darunter sind dann die einzelnen Untermenüs mit Einstellungen zu sehen, in denen man die Einstellungen für Bildwiederholfrequenz, Farbe, Helligkeit, Kontrast, Lautstärke, die Unterbodenbeleuchtung, Augenschonmodus, drei Schnellwahlprofile, Input-Lag, Freesync, Farben, Auswahl vordefinierter Modi für Spiele (nach Genre. Nett.) und Filme, Sprachwahl für das OSD und was nicht alles tätigen kann. Wie gesagt: einfach zu bedienen, teilweise unübersichtlich, ein Blick ins Manual hilft. Alles in Allem aber ziemlich gut.

Sternerating

Ich kann dem Monitor leider nur vier Sterne vergeben. Ich würde ihm gerne die volle Punktzahl geben, da er quasi instantan zu meinem Hauptmonitor geworden ist. Obwohl er etwas mickrig aussieht zwischen den beiden “echten” 24 Zoll Geräten mit 1920×1200 Auflösung. Ich möchte den Monitor jedenfalls nicht mehr missen.
Die Idee ist hervorragend, das Gesamtpaket ist auch wirklich gut, aber leider eben nicht perfekt.

Als Anmerkung an dieser Stelle: ich bin beim Testen und Bewerten sehr kleinlich – das beruht auf meiner Vergangenheit in der Qualitätssicherung, was Aufmerksamkeit auch für feine Details erfordert. Möglicherweise würden andere hier wohlwollender bewerten und ich hoffe, dass meine Ausführungen dem Leser ermöglichen, diese Bewertungen nachzuvollziehen und im Zweifel für sich selbst anders zu entscheiden.

Für Punktabzug sorgen die blinkende Spalte am rechten Rand des Displays, die Knacksprobleme mit dem Sound, die Unübersichtlichkeit des OSD, das unprovozierte Flackern der Unterbodenbeleuchtung, wenn kein Ton anliegt und die fehlende Tonwiedergabe, wenn das Display in Standby geht.

Bei dem Preis, der für dieses Modell abgerufen wird, dürfen solche Schnitzer nicht passieren, wenn eine volle Punktzahl gewünscht wird.

Fazit

Mein persönliches Fazit: trotz dem einen Stern Punktabzug muss ich zugeben, dass ich vom Samsung C24FG70FQU schwer begeistert bin.

Ich habe FreeSync und eine Wölbung im Display zum ersten Mal live erlebt und bin davon äußerst angetan.

Zumindest die Wölbung hätte ich vorher bei einem “so kleinen” Gerät für Nippes gehalten, bin aber eines Besseren belehrt worden und lege von nun an Wert darauf.

Das Display ist sauschnell, zeigt eine tolle Farbwiedergabe, Schärfe und Kontrast. Da halten selbst meine (zugegeben: alten) E-IPS Panels nicht mit. Bei der Geschwindigkeit sowieso nicht.

Also… herzlichen Dank dafür. Ab jetzt will ich nur noch Displays mit FreeSync/G-Sync und nem ordentlichen Wölbungsradius. Schon wieder ein Bereich, in dem mein vergeektes Hirn in Zukunft mehr Kohle verorten muss.

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Vielen Dank an Florian B. für seinen wirklich sehr ausführlichen und gleichzeitig aufschlussreichen Testbericht. Wie jeder unserer Tester darf auch er den Samsung C24FG70FQU LED-Monitor mit Curved-Display behalten. Bewertet hat er den Monitor mit 4 von 5 Sternen.

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Eine Rückmeldung zu “Community-Beitrag zum Samsung C24FG70FQU”

  1. Kevin 7. Februar 2017 um 16:41 #

    Tolle Produktbeschreibung. Sehr hilfreich und informativ.
    Ich finde den „neigearm“ sehr praktisch, da die meisten Monitore ja starr sind.

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