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Community-Beitrag zum VU+ UNO 4k Sat-Receiver

15 Mai

Willkommen zu unserem nächsten Produkttest. Unser Leser Rene D. durfte sich glücklich schätzen und einen VU+ UNO 4K, Sat-Receiver testen.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen seines Testberichtes!

VU+ UNO 4K

Eigentlich sollte an dieser Stelle ursprünglich ein Test zu einem Receiver von Golden Interstar stehen. Da der Hersteller diesen allerdings zurückgezogen hat, stellte mir Alternate stattdessen einen höherwertigen Ersatz, den VU+ UNO 4K zur Verfügung. Ein 4k-fähiger Multimedia-Receiver für Satellit, der noch dazu verspricht, über umfangreiche Streaming-Funktionen zu verfügen. Das scheinbar perfekte Gerät also, um all unsere Streaming-Sticks endlich zu ersetzen oder den heimischen Fernseher um interessante Smart-Optionen zu erweitern, die das Gerät vielleicht selbst gar nicht besitzt. Auf den ersten Blick allerdings ungewohnt, dass der VU+ dieses Mal nicht mit Android, sondern eben einem vollwertigen, aber auf Multimedia-Anwendungen optimierten Linux-
Betriebssystem daher kommt.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck nach dem Auspacken des überraschend kompakten Geräts war zumindest schon einmal durchweg positiv. Insgesamt macht das Gehäuse einen wertigen und stabilen Eindruck und der recht matte Look sorgt für ein professionell ausschauendes Erscheinungsbild. Auffallend allerdings bereits an dieser Stelle: Anders als die meisten Receiver verzichtet der VU+ vollständig auf ein Display mit Senderanzeige und informiert uns lediglich über den Einschaltstatus des Geräts. Mehr ist aber, wie wir heute wissen, gar nicht mehr nötig, denn ein umfangreiches und hübsch gestaltetes Menü samt EPG weist uns schließlich schnell darauf hin, welchen Sender wir aktuell eingeschaltet haben. Die Bedienung beeinträchtigt dieser Mangel an Ziffern auf der Gehäusefront also nicht. Stattdessen erfreuen wir uns über die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten, wie etwa zwei LNB-Anschlüsse für unsere Satellitenschüssel(n), einen LAN-Anschluss auf der Rückseite, sowie mehrere USB 3.0-Anschlüsse. Von letzteren gibt es praktischerweise sogar einen auf der linken Seite, was das Anschließen von Speichermedien ein klein wenig erleichtert.

Austattung

Schade ist unterdessen allerdings, dass VU+ seinen Receiver nicht mit einer integrierten WLAN-Funktionalität ausstattet und auch seinen (für zusätzliche 27 Euro günstig erhältlichen) WLAN-Adapter nicht beilegt, mit dem wir den Receiver drahtlos mit unserem Router verbinden könnten. Fähig dazu ist der UNO 4K schließlich bereits von Haus, denn Konfigurationsmöglichkeiten für drahtlose Netzwerke mitsamt aktueller Verschlüsselungsmethoden finden wir im Menü nämlich auf Anhieb. Dieses Ausstattungsmerkmal gleich hinzuzufügen, wäre vermutlich kein großer Aufwand für den Hersteller gewesen, hätte aber große Vorteile für den Nutzer. Ebenfalls störend für all jene, die womöglich Radio via Satellit empfangen oder Musik wiedergeben möchten: Analoge Audioausgänge suchen wir nämlich ebenfalls vergeblich. Dafür ist die Ausstattung ansonsten durchaus akzeptabel: So liegt schließlich nicht nur die hübsche Fernbedienung bei, sondern auch gleich ein passender HDMI-Kabel für den Anschluss an unseren Fernseher. Die meisten Anwender dürften viel mehr auch gar nicht benötigen.

Einrichtung

Wie bei den meisten Linux-Geräten allerdings üblich, gestaltet sich die erste Einrichtung des Receivers ein wenig anders, als bei Konkurrenzprodukten, die uns mit hübschem „Bonbon“-Look durch die Menüs führen. Beim VU+ UNO 4K ist schließlich alles ein wenig simpler gehalten, bleibt dabei aber dennoch mehr als übersichtlich.

Schnell fällt allerdings der deutlich größere Funktionsumfang ins Auge, der womöglich den ein oder anderen Einsteiger überfordern könnte. Fest steht wohl: Für den Rentner ohne jegliche Technikkenntnisse eignet sich dieser Receiver eher bedingt, doch gerade an derartige Kunden dürfte man sich wohl auch nicht richten. Stattdessen gibt es den vollen DiseqCSupport für Nutzer mit größeren SAT-Anlagen und praktisch jegliche Freiheiten beim Funktionsumfang, denn mittels Programme und Plugins sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Allerdings nur nahezu, doch darauf gehen wir später etwas genauer ein. Bis
dahin dürften sich Einsteiger allerdings daran gewöhnen müssen, dass sie Menüeinstellungen (auch bei der Ersteinrichtung) mit den Pfeiltasten nach links und rechts ändern, statt über ein entsprechendes Auswahlmenü. Da hat man den Receiver mitunter nach dem ersten Start gleich falsch eingestellt und wundert sich über eine mangelnde Senderliste. Dafür gibt’s allerdings gleich mehr als nur eine Liste und auch deutsche Nutzer haben wesentlich mehr Möglichkeiten, die Vorinstallation der Sender an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Herausragende Bildqualität

Kommen wir unterdessen zunächst zur Kernaufgabe des Receivers: Den Empfang des TV-Programms. Hier nämlich wird schnell deutlich, dass der VU+ seinen hohen Preis von knapp 270 Euro tatsächlich wert ist. Gerade im Hinblick auf das HD-Bild könnte man den UNO 4K nämlich problemlos als Referenz bezeichnen, gelingt es ihm schließlich, selbst die teuersten Technisat-Receiver noch zu übertreffen. Hinsichtlich des SD-Upscalings reicht es dann zwar vielleicht nicht an die Referenz heran, doch auch hier befindet man sich mindestens im Oberklasse-Segment. Man kann also an der Bildqualität wahrlich nichts aussetzen und auch der Sound braucht sich dank Dolby Digital-Unterstützung und optischem Digitalausgang sicherlich nicht zu verstecken. Schade ist derweil allerdings, dass es VU+ – trotz der Unterstützung für die 4K-Auflösung – noch nicht für nötig gehalten hat, die passenden 4K-Sender auch vorzuinstallieren. Die nämlich dürfen wir immer noch manuell suchen. Das ist zwar auf Grund der noch nicht ganz so spannenden Inhalte eher zu Demonstrationszwecken geeignet, doch bekommen wir hier bereits einen beeindruckenden Eindruck von der möglichen Bildqualität in 4K.

Fernsehen im Mittelpunkt

Dass VU+ ihren Receiver allerdings primär vor allem als Gerät zum TV-Empfang betrachten und nur zweitrangig als Multimediagerät, erkennt man nicht nur am Verzicht auf Android, sondern auch am durchdachten Aufbau der Software. Denn unabhängig davon, welche Programm und Plugins wir auch verwenden wollen: Die „App“ zum Ansehen des Fernsehprogramms dient stets als zentraler Kern der Software.
Konkret bedeutet das: Diese läuft nicht nur absolut schnell, flüssig und stabil, sondern ist grundsätzlich der Ausgangspunkt. Egal, ob wir den Receiver einschalten oder eine verwendete App beenden – der Nutzer landet stets so einfach wie möglich im TV-Programm, um die Kernfunktion des Receivers so benutzerfreundlich wie möglich nutzen zu können. In dieser Hinsicht hebt man sich also deutlich von manchem Konkurrenzprodukt ab und verzichtet auf kompliziertes Menügewusel zugunsten des einfaches Fernsehprogramms.

Mächtiges Streaming-Tool

Und doch steckt „unter der Haube“ ein recht umfangreiches System, das der Funktionsvielfalt nahezu keinerlei Grenzen setzt. Die wichtigsten Funktionen sind mittels Plugin sogar bereits vorinstalliert: Für das Streaming und das Abspielen von Multimediainhalten hat VU+ nämlich bereits den Kodi Player für uns vorbereitet und auch das Einrichten eines DLNA-Servers gestaltet sich spielend leicht. Interessant wird die Streamingfunktion unterdessen allerdings eher umgekehrt, denn mittels App für mobile Geräte können wir jederzeit live nicht nur den Receiver umschalten, sondern das jeweils aktuelle Programm auf das entsprechende Endgerät streamen. Einfach mal entspannt in der Badewanne auf dem Tablet das TV-Programm verfolgen, stellt damit kein Problem mehr dar. Und über das (optional einschaltbare) Webinterface können wir sogar – bei ausreichender Bandbreite – wahlweise über das Internet streamen, um zuhause auf das heimische Satellitenfernsehen zuzugreifen. Spätestens bei der Nutzung von Sky vermutlich besonders interessant, denn ein Steckplatz für CI-Module findet sich ebenfalls vor – und dem Streaming von Pay-TV steht folglich nichts mehr im Wege.
Übrigens: Haben wir zwei Satellitenschüsseln angeschlossen, können wir sogar konfigurieren, welche der beiden für das Streaming und welche für die TV-Ausgabe verwendet wird. So lässt sich auf dem Fernseher gleichzeitig ein anderes Programm ansehen, als wir auf andere Geräte streamen.

Aufnahme auf jedes Medium

Apropos Pay-TV: Wer einen Receiver sucht, welcher in der Lage ist, die Aufnahmebeschränkung von HD- und PayTV-Sendern zu umgehen, könnte beim VU+ UNO 4k in der Tat fündig werden. Denn dank dem Linux-Betriebssystem und der somit verwendeten offenen Software, greifen die Aufnahmerestriktionen erfreulicherweise nicht und wir können tatsächlich jedes Fernsehprogramm aufnehmen. Interessant dabei: Hier brauchen wir einfach nur einen USB-Stick oder eine externe Festplatte an den USB 3.0-Anschluss einzustecken und schon steht die Aufnahmefunktion bereit. Ein kurzer Druck auf die „Record“-Taste der Fernbedienung und schon wird das aktuelle Programm extern aufgezeichnet. Noch dazu bietet die passende Timer-Funktion auch noch die Möglichkeit, eine Aufnahme für die Zukunft zu programmieren. Insofern beweist der UNO 4K schnell, dass er auch als Mediarecorder geeignet ist – immerhin sind USB-Sticks nun wirklich nicht mehr allzu teuer.

Kein Netflix & Co.

Einen Nachteil hat die Verwendung von Linux und offener Software allerdings dennoch: Eine offizielle App für die gängigsten VOD-Anbieter gibt es somit nicht. Da VU+ selbst auch kein Plugin mitliefert, ist die Wiedergabe von Videos auf Netflix, Amazon Video und anderen Streaming-Anbietern ohne weiteres nicht möglich. Und auch das Anschauen über Umwege wird keineswegs einfach und wird die meisten Einsteiger wohl überfordern. Denn während das Anschauen von Netflix über den integrierten Browser eine doch eher unkomfortable Lösung darstellt, gestaltet sich die Nutzung von Emulatoren für Android oder Windows-Apps nicht immer als allzu einfach. Aber immerhin: Eine grundsätzliche Möglichkeit, Netflix & Co anzusehen, gibt es über solche Umwege dennoch. Möchte man den Receiver allerdings primär zu diesem Zweck kaufen, kann an dieser Stelle nur abgeraten werden: Die Anschaffung eines deutlich günstigeren FireTV- oder Chromecast-
Sticks dürfte für diese Zwecke nämlich deutlich besserer geeignet sein.

PC am Fernseher

Dafür stellt der UNO 4K allerdings auch eine Art Mini-PC für den heimischen Fernseher. Dank einer Dual Core ARM-CPU und 2 GB Arbeitsspeicher eignet sich der Receiver immerhin auch für einfache Multimedia-Anwendungen, die wir sonst womöglich mit einem PC durchführen würden. Immerhin können wir auch die klassische grafische Oberfläche des Linux-Betriebssystems öffnen und darüber sowohl Browser, als auch andere Anwendungen nutzen. Der Anschluss von Maus und Tastatur via USB stellt unterdessen kein Problem dar und selbst mit der Fernbedienung lässt sich eine Mausfunktion simulieren. Die Bedienung gestaltet sich somit also deutlich einfacher, wenn wir klassische PC-Anwendungen auf der kleinen Linux-Box öffnen wollen. Nichts desto trotz sollte man sich allerdings bewusst sein, dass nur die von VU+ offiziell zur Verfügung gestellten Plugins auch tatsächlich für eine Bedienung via Fernbedienung geeignet sind.

Fazit:

VU+ liefert mit dem UNO 4K eine überaus mächtige Linux-Box, die nicht nur für den Satellitenempfang geeignet ist, sondern auch noch einige Streaming-Funktionen bereit hält und bei der Bildqualität sehr überzeugen kann. Lediglich der mangelnde Support für Video on Demand-Anbieter sorgt für einen Punkteabzug.

Wir danken Rene D. für sein Engagement und seinen aussagekräftigen Testbericht! Wie jeder unserer Produkttester, darf auch er den VU+ UNO 4K, Sat-Receiver behalten. Bewertet hat er den Receiver mit 4 von 5 Sternen.

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